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Entoiiiologisclie Zeltung.

Herausgegeben

von dem

entomologischen Vereine

STETTIN.

Zwanzig^ster Jahrgang.

Stettin 1859.

I)ruck von R. (Frassmaiiii.

JCiitoniolo^iselie Xeituiis;

herausgegeben

von dem

entoniolodsclien Vereine zu Stettin.

Rcdactioii' ^" Commission bei den Buclihandl.

. „. ' V. E.S.Mittlerin Berlin u. Fr. Fleischer

C. A. DohrD, ^ ereins-Präsident. i,i Leipzi"-.

M, 1—3. 20. Jahrgang. Jan.— März 1859.

I¥eujalii*s - Supplik

eines zerknirschten Novellenschreibers.

Caesar Gallias subegit, Kicomedes Caesarem.

.Schöngelockte Zeitschriftscheuerfrau Bist Du schon so lange von den Bänken Deiner tJchule fort, nicht zu bedenken, Was Du wissen solltest noch genau?

Wenn die römischen Triumphatoren Capitolwärts zogen ruhmesvoll. Ward von ihren Kriegern Spottes Zoll Derbster Form den Helden auserkoren.

Um den Triumphator rings zu breiten Nimbus ganz originaler Art, Sangen sie ihm Lieder in den Bart, „Witzeleien und Persönlichkeiten"

In des Siegeshelden Löwcnniienen Sah darob man keine Zornesfalten •, Nein, für Mangel hätte er's gehalten, Wenn ausblieb <les Spotthuniors Erkiilinen!

Hääre Mit Dir selbst, nicht iBlf dfetä Dichter, Wenn Du seinen Päan s o verfehlt, Warte ruhig, „bis erst Drei gezählt"*), Eh Du ihn vernichtest, Moll- Vernichter!

„Niemand" wähnst Du „konn Producte bill'gen, Die aus leid'gern Dilettiren stammen, " Gut! Es sollen Fegefeuers Flammen Ohn' Erbarmen manchen Brief vertilgen :

Dass hinfort sich Niemand möge schämen, Der gottlos gelächelt über Fata Pseiidoviolaceocrenata : (Die es sclu-ieben, mögen todt sich grämen !)

Zart verzeih, o Zier der Scheuerdamen, Falls nicht jeder Zeitungs-Abonnent Te Magistro ward ein Dissident Trotz naivbegehrlichstcr Reclamen.

Mit Horaz klebt mancher noch am Wahne,

Dass „diilce est, desipere in loco^\

Und hält fest in dulci Jubilo

An der alten und erprobten Fahne.

C. A. D.

*) Historisch. Gustav Adolph liel bei Lützen nnd G. Kr. blieb bei Heidelberg am Leben. Da nun der Dichter sagt: „Und der Lebende hat Recht " wer wollte es wagen, „lichtvolle Erörterungen" einer offenbar tendenziösen Kritik zu unterziehen, wenn der Erörterer zu- gleich ein ausgemacht unbesti-ittner Rechthaber ist?

Dilettantisches Anmerkungsproduct des Setzers.

UlitU'liefler-Terzeicliiiisis.

Ik'liiifs Raiimerspariiiss wird auf das Vcrzeiclmiss des vo- rigen Jahrganges S. 7 verwiesen. Im Laufe des Jahres 1858 sind dem Vereine ijeigetrelen:

Herr Dr. Th. Apetz in Allenhurg-. Axmann, Förster in Amigehren bei Arnstadt. Bt>ll, Apotheker in Hremgarlen (Schweiz). Brnnner vun Watten\\yl, K. iv. Telegraphen-Üireclur

in Wien. Dr. Coquerel vun der K. Iranzüs. Marine, derzeit

in Paris. C. Klotz in Pirna.

J. F. E.Ueiniiold, O.-Gerichts-Secretair in Hannover. Sehe frier, Stadt-Gerichts-Secrelair in Blankenburg. Ad. Schmidt, Dr. mcüi. in Frankfurt a. M. Guttfr. Sciir eitler, 31issar in Pinkau (Steiermark). Dr. Treffz in Amt Kienilz bei Lelschin. Venus, K. Einnehmer in Dresden. Dr. Vesco von der K. franz. Alarine, derzeit in Toulon. C. Wankel, Oberlehrer in Dresden. Forlunato Zeni in Hoveredo.

Von den im letzten Verzeichnisse aufgeführten 521 Mit- gliedern haben wir Herrn Professor und Akademiker Roth in München und Herrn Steuerralh Vigelius in Wiesbaden durch den Tod verloren. Der Verein zahlt also gegenwärtig i^Xi iMitglieder, da nach einer briellichen Miltheilung der Min. ile- vident Jos Mayer in AVieii schon vor einigen Jahren ver- storben ist. Ausserdem sind mir folgende Berichtigungen zu- gegangen:

Herr Albers ist nicht Stadtgericlits-Audileur, sondern Stadl- Secretair in Hannover. ^ Bilimek ist jetzt Professor am K. K. Cadelten-Insli-

tute in Slrass. Czech ist jetzt Lehrer an der Uealschule in Düssel- dorf. Liiben ist jetzt Seminar-Direclor in Bremen. Dr. Müller, vormals in Schwerin, ist jetzt Lehrer

an der Healscliule in IJppsladt. Scriba ist jetzt Pastor in Uber-Lais, Kreis iN'idda, in

Hessendarmstadl. Dr. Taschenberg ist Inspeclur am zoolog. Museum

in Halle. y, Dr. Welzel wohnt jetzt in Gütersloh.

C. A. 1).

Rede zur Stiftungsfeier des entomologischen Vereins

am 7. November 1858.

Meine Herren!

Die jetzt hier herrschende Influenza hat auch mich in den verwichenen Tagen arbeitsunfähig gemacht; ich bitte des- halb um Entschuldigung, wenn ich meinen Bericht über das zurückgelegte Vereinsjahr etwas zusammen zu drängen ge- nöthigt bin.

In der äusseren Einrichtung unsrer Publicationen ist in- sofern eine Veränderung eingetreten, als Herr Buchhändler E. S. Mittler in Berlin zufolge freundlichen Uebereinkom- mens den Verlag der Linnaea Entomologica mit dem 12. Bande abgeschlossen und an Herrn Buchhändler Fr iedr. Fleischer in Leipzig cedirt hat, welcher so eben den 13. Band drucken lässt. Da Herr Stadtrath Fleischer schon seit einer Reihe von Jahren den Debit unsrer entomologischen Zeitung mit rühmlichem Eifer und Erfolg besorgt, so dürfen wir hoflen, dass diese Aenderung dem ferneren Absätze der Linnaea er- spriesslich sein wird. Es ist mir eine angenehme Pflicht, Herrn Mittler hiemit üfl'entlich meinen Dank auszusprechen für den wohlwollenden Eifer, mit welchem er bei der Heraus- gabe der ersten 12 Bände der Linnaea und bei dem Debit der Zeitung sich unseres Vereines und seiner Interessen theil- nehmend angenommen hat.

Ein unvermuthet rascher Abzug der letzten Centurien des Catalogns coleopt. Europae und wiederholtes Begehren, nach- dem bereits die ganze Auflage erschöpft war, nöthigte mich, eine neue, die siebente, inmitten andrer, ebenfalls dringlicher Arbeiten, zu veranstalten. Die neue Auflage ist um fast einen Bogen stärker geworden als die sechste; es war indess durch Abkommen mit der Druckerei möglich, den alten billigen Preis von 5 Sgr. dafür festzuhalten, ungeachtet des Druckes auf Schreibpapier, der von mir freilich auch schon bei der sech- sten Auflage ausdrücklich bedungen, von dem damaligen Drucker aber ausser Acht gelassen war.

Ungeachtet der Vermehrung der deutschen entomologischen Publicationen hat es an gutem und brauchbarem Materiale für die Zeitung durchaus nicht gefehlt. So begreiflich der Wunsch jedes geehrten Einsenders auch ist, seine Artikel so rasch als möglich publicirt zu sehen, um bei der jetzt gesteigerten Con- currenz nicht die Priorität für Beschreibungen und Beobach- tungen zu gefährden, so muss ich im allgemeineren Interesse doch darauf aufmerksam machen, dass einzelne Artikel einer sofortigen Publication nöthiger bedürfen, als andre, und dass die Rücksicht auf Material aus verschiedenen Ordnungen zu den Pflichten einer verständigen Redaction gehört.

Dem V^ereiiie ein Verliiisl und mir persönlicli tief schmerz- lich war im verwichenen J.ihre der Tod meines lieben Freundes, des Professors Rotli, welcher auf einer im Auftrage seines i>andesherrn, des Königs von Bayern, unternommenen natur- wissenschaftlichen Reise im Orient am 26. Juni einige Meilen von Beyrut einem Sumpffieber erlag. Einige Monate vorher hatte er mir noch einen inhaltreichen Brief über die Ergeb- nisse seiner Reise und seine reiche Ausbeute an Insecten und Conchylien geschrieben und seine Rückkehr auf den Herbst angekündigt. Bei seiner Jugend und seinem, wenn auch nicht starken, so doch durch Massigkeit und Vorsicht, auch durch wiederholten Aufenthalt dem Klima anscheinend gewach- senen Körper war diese traurige Katastrophe durchaus uner- wartet.

In Wiesbaden verlor der Verein durch den Tod des Herrn Steuerrath Vi gel ins einen eifrigen Lepidopterologen.

Eine grössere Reise im Juli nach der Schweiz 'und eine kleinere (aus technologischem Anlass) nach Frankreich Anfang Septembers gaben mir willkommene Gelegenheit, einige Mit- glieder unsrer Gesellschaft zu besuchen, die ich theils schon persönlich, theils erst brieflich kannte.

Herr Staatsrath Professor E versmann, Herr Prof. But- leroff ans Kasan, Herr Pastor Rosenb erger und sein Bruder aus Kurland, Herr J. 0. Westwood aus Oxford haben mich im Laufe des Jahres mit ihrem Besuche beehrt. Gegenwärtig hält sich der Nefle unsers verehrten Ehrenmitgliedes Bohe- man. Herr Candidat Stal, hier auf, welcher Behufs seiner Arbeiten über Hemiptera und über einige Gruppen von Chryso- mela die bedeutenderen Sammlungen des Continents, zunächst (las Berliner Museum, studiren will.

Von den seit der letzten Sitzung eingegangenen Briefen hebe ich folgende herans:

1. Herr Wm. Sharswood, Philadelphia 28. September, berichtet über die von ihm auszuarlxMten übernommene Bibliographie amcrikanisch(;r Entomologen, hat eine Reihe von eutom. Schrillen als Geschenk für den Verein ab- gesendet, will die Biiprestiden Nord-Amcrika's monogra- phiren und wünscht über einige Arten Nachweise. Er hat die Bekanntschaft des russischen Legations-Secretairs, Barons Osten - Sacken , gemacht. Die Linnaea (Mitom. wünscht er direct und möglichst schnell zu erhalten. 2 Herr Prof. Boliemau, Stockholm 11. und 2ö. October, dankt für die Rücksendung der an H. de Saussure ge- liehenen Scoliaden, schickt das verlangte Exemplar der Insecta Caflr., fügt ein Exemplar seiner Cassiden-Mo- nographie für Dr. Hagen bei.

3. Herr Schulrath Dr. Suffrian, Münster 14. October und i. November, hat die Correctiir seiner australischen Cryptocephalen-Arbeit in Linnaea 13 beendet, wird dem- nächst an eine Revision und Nachträge der Chrysomelen gehen, remittirt Vereinsbücher nnd erinnert an die ihm noch fehlende Tafel ans Linnaea 12.

4. Herr H. T. Stainton, Lcvvisham 8. und 13. October, sendet Schriften für den Verein und Vereinsmitglieder, fragt nach der Regulirung seiner Berechnung mit E. S. Mittler, bestellt für Mr. Wailes ein Exemplar von Holm- gren's Tryphoniden, hat einen sehr heitern Brief von Prof. Zeller erhalten, worin dieser ihm von den Besuchen der Herren Schläger, von Nolcken und Staudinger er- zählt nnd hat Mr. Westwood gesprochen, der ihm von seinem Besuche in Copenhagen und Stettin erzählte, herzlich bedauernd, dass der letztere durch ein Miss- verständniss auf so kurze Zeit beschrätdit worden sei.

5. Herr Prof. Bellardi, Turin 7. Oct. und 2. Nov., theilt ein Verzeichniss palaeontologischer Schriften mit, welche er gegen unsre Vereinspublicationen auszutauschen be- reit ist. Er würde gerne die Bücher zu ermässigten Preisen abgeben.

6. Herr Cantor Fr. Märkel, Wehlen 8. und 16. October, bedauert, dass er mich in diesem Jahre nicht mehr be- suchen könne, behält sich das aber für das nächste Jahr vor, erwartet californische Insecten, fragt nach literarischen Hülfsmitteln zur Bestimmung derselben, und schlägt Herrn Oberlehrer Carl Wankel in Dresden zum Mitgliede vor.

7. Herr Kameralförster Micklitz, Tolmein 14. Oct., er- innert mich daran, dass ich vergessen, ihm in meinem letzten Briefe über einige fragliche x\rten seiner letzten Sendung die erbetene Auskunft zu geben, und dankt für den mitgetheilten Katalog.

8. Herr Dr. Stau dinge r, Berlin 11. und 16. October, wird auf Neujahr nach Dresden übersiedeln und ehstens eine Reise nach England und Frankreich machen.

9. Herr Pastor Kawall, Pussen in Kurland 4. Sept., giebl mir ein Verzeichniss seiner exotischen Coleoptera, freut sich, dass die gesandten Elennsfliegen Liebhaber fanden, verspricht mehr davon, kann keine Typen der betreffen- den Elateren von Eschscholtz schicken, Aveil er sie nicht besitzt, weiss jetzt mit Bestimmtheit, dass Büttner's ein- ziger Typus von Otho sphondyloides in Germar's Besitz übergegangen und könnte Mittheilungen über die Larve von Chrysomela raphani machen.

10. Herr Hufratli Rc iclieiibacli , Dresden 17. Ocluber, dankt für geliehene Literatnr, hat eine interessante Sen- dung russischer Insecten von den Herren Menetries und Motschulsky erhalten.

11. Herr Mechanicus Müller, Dresden 18. October, hat nach der ihni geliehenen Synopsis von Leconte seine nordanierikanisciien Pterostichinen ohne Mühe bestimmen können, bis auf 4 Arten, von denen er ein Paar für entschieden neu hält. Er holft, aus Texas bald wieder eine neue Sendung zu erhalten.

12. Herr Studiosus H. Dohrn, Zürich i. und 12. October, hat auf seiner Ferienreise die Herren De Filippi und Giuliani in Turin gesprochen, war in Geneve, von wo Herr Humbert an demselben Tage eine naturhistorische Reise nach Ceylon antrat, und berichtet über die Bil- dung eines entomologischen Vereins für die Schweiz durch eine vorläufige Besprechung in Ölten Anfangs October. Das Präsidium hat Prof. Frey angenommen.

13. Herr M. von Hopffgarten auf Mülverstedt bei Langen- salza 30. Oct., sendet zur Ansicht einen Band von Jar- dines Ornithologie (Colibri's), deutsch bearbeitet von Dr. Diezmann. Pesth 1837, Hartleben. In diesen» Bande befindet sich als Titelkupfer ein Bild von Linne mit der Unterschrift: Linnaeus Aetatis 25. in his Lapland Dress.

Von diesem Bilde heisst es Seite 30: „Man hat viele Portraits von ihm, eines der gefälligsten ist aber das, welches Hoffmann malte, als Linne noch den Garten des Herrn CiilTord (in Holland) besorgte. Es stellt ihn in seinem lapländischen Reiseanzuge dar, und wir haben danach die Copie besorgen lassen, welche diesem Bande voransteht."

Nun unterliegt es nicht dem geringsten Bedenken, dass wir in diesem von Jardine ausgewählten, vermuthlich der Linncan-Society gehörenden Bilde das, wenn auch nicht in allen Einzelnheiten, so doch im Ganzen zu Grunde liegende Original des Amsterdamer Portraits vor uns haben, dessen Stahlstich dem vorigen Hefte dieser Zeltung beigefügt wor- den ist.

Zu einer Erläuterung einzelner der darauf befindlichen Utensilien dient einigermasscn, was S. 9 über Lirme's „La- chesis Lapponica" gesagt wir<l.

„Die Reise konnte {\cs Welters wegen vor dem Frühjahr nicht beginnen und Linne brach erst am 13. Mai 1732 auf. Er begann seine R(!ise guten Muthes und voll lAoha zur Natur zu Pferde und mit seinem ganzen Gepäcke im Rücken. Es dürfte interessant sein, seine Kleidung und sein Geräth mif seinen eignen Worten zu beschreiben.

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„„Mein Anzug bestand in einem leichten Rocke von west- gothländischem Beiderwand") ohne Falten, gefüttert mit rothcm Rasch und mit kleinen Aufschlägen und Kragen von Plüsch, ledernen Beinkleidern, einer runden Perücke, einer grünen Ledermütze und Halbstiefeln. Ich trug einen kleinen ledernen, eine halbe Elle langen und etwas weniger breiten Tornister, der auf der einen Seite Haken und Löcher hatte , so dass er nach Belieben zu- nnd aufgemacht werden konnte. Dieser Tornister enthielt ein Hemd, zwei Paar Ueberärmel, zwei Halb- hemden, ein Tintenfass, Pennal, Mikroskop und Fernglas; eine Gazemütze zum Schutze vor den Mücken, und einen Kamm; mein Tagebuch und ein Heft Papier zum Abzeichnen von Pflanzen, beide in Folio, mein Manuscript über die Ornitho- logie, die Flora Uplandica und die Characteres generici. An der Seite trug ich einen kleinen Hirschfänger, hatte ausser- dem eine kleine Vogelflinte und einen achteckigen, zum Messen eingerichteten Stock. Mein Taschenbuch enthielt einen Pass von dem Gouverneur von Upsala und ein Empfehlungsschreiben von der Akademie.""

So weit die Mittheilungen Jardine's. Danach ergiebt sich, dass das Originalgemälde von Hofl'mann auf Clifford's Bestel- lung in Holland, also mehrere Jahre nach Linne's lappländischer Reise, gemalt worden ist, dass wir in dem Kopfe, also der Hauptsache, etwas Authentisches, wenngleich um einige Jahre Reiferes besitzen, und dass Costum und Attribute offenbar nach Linne's Angaben ex post zusammengestellt sind.

Schliesslich noch die Bemerkung, dass die Ausführung des Bildes in dem von Herrn v. Hopff'garten eingesandten Buche Jardine's eine ziemlich mittelmässige ist, dass nament- lich der Kopf traurig missrathen und mit dem in unsrer Zei- tung gelieferten nicht zu vergleichen ist. Jedenfalls verdient Herr v. Hopflgarten den besten Dank, dass er durch seine Gefälligkeit wesentlich dazu beigetragen hat, diese interessanten Punkte in helleres Licht zu stellen.

14. Herr Prof. Schenck, Weilburg 7. Oct., stellt ein Ver- zeichniss von Nassauischen Aculeaten für die Zeitung in Aussicht und spricht sein Bedauern darüber aus, dass sich für diese biologisch so anziehenden Thiere wenige Sammler interessiren.

*) Zur wahrscheinlichen Erklärung dieses unverständlichen Wor- tes oder Zeuges bemerkt der anwesende Landsmann Linne's, Herr Stäl, dass A'crmuthlich damit das in Westergöthland übliche starke Wollenzeug, Vallmar, gemeint ist, dessen Fabrication seit unvordenk- licher Zeit von den Westergöthen betrieben und von ihnen durch Hausirhandel in ganz Schweden abgesetzt wird.

ib. Herr KcimI. .1. Scliiiiidl, Laybiicli 4. September und 10. Oit., (lankl für das entoinisclu' FrouiidschaflszeiclHMi, das ich ihm vom Ridelliorii bei Zermatt im Juli d. .1. durch einen gerade anwesenden Landsmann zugehen liess, l)ietet einige Höhlenjuwelen an, wünscht die Fort- setzung der Genera von Lacordaire und fragt nach dem Preise der ersten Zeitungsjahrgänge.

16. Herr Medicinalralh Reinhard, Bautzen 11. Oct., re- mittirt Vereinsbücher, bittet um andre \md bestellt Holm- gren's Trvphonideu.

17. Herr Diacunus Schläger, Jena 22. Üct., sendet einen Artikel über das neueste Werk der Gebrüder Speyer und ersucht zu entschuldigen, dass amtliche und ander- weite Hemmungen dies nicht eher gestalteten.

18. Herr Bibliothekar Mulsant, 22. September, ladet mich ein, ihn bei Gelegenheit meiner letzten Reise in Frank- reich auf seinem ]>andgute St. Jean la Bussiere zu be- suchen. Dies war mir zu meinem aufrichtigen Bedauern wegen des dadurch nöthig gewordenen Umweges und Aufwendung von zwei Tagen nicht möglich, da ich diese Rciise nicht allein machte und mein Gefährte anderweitc Verpflichtungen zu erfüllen hatte.

11». Herr E. vom Brück, Crefeld 1(3. Oct. und 3. Aov., erzählt von der Reise, die er im verwichenen Sommer nach Arcachon und Biarritz gemacht, und von der dabei erlangten Ausbeute, die im Ganzen befriedigend ausge- fallen. Er wünscht den entliehenen Band Annalen noch einige Zeit zu behalten und bittet um einen Katalog der neuen Ausgabe.

20. Herr Dr. INylander, Helsingfors 27. Oct., avisirt eine (bisher noch nicht hier eingetrollene) Sendung zur Expe- dition an Herrn Stainton.

21. Herr Prof. Zeller, Glogau 30. Oct., sendet mir ein für den Verein von Stainton an ihn adressirtes Buch. Durch den Ankauf der Ortiiupterensanimiuiig des Prof. Fischer in Freiburg Seitens des Herrn Bninner v. Wattenwyl in \N'ien ist das Interesse der Wiener Entomologen in erluditem (irade auf diese Ordnung dirigirl worden.

22. Herr Dr. Speyer, Rhoden 21. Oct., sendet einen Ar- tikel für die Zeitung.

23. Herr W. Westermann, Kiöbenhavn 10. Oclober und 2. Nov., dankt zunächst für das ihm im .\iiftrage Gerst- äcker's übersandte E.xemplar seiner Eum()rj)hiden, bittet mich, ihm dafür herzlich zu danken und zu sagen, dass er die ihm zugbMch vom Buchhändler zugesandten zwei Exemplare behalten habe, um unbegülerlen Entomologen

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mit dieser vortrefflichen Alonographie ein willkommenes Geschenk zu machen. Zugleich sendet er mir eine Schachtel mit werthvollen Hemipteren für meinen Sohn Anton und mit einigen höchst ausgezeichneten Käfern für meine Sannnlung, von denen ich z. B. die ächte Gnoma giraOa Don., Tmesisternus mirabilis Don., Geo- nemus Fabricii Thoms., Eupholus Chevrolati Guer. aus Neu-Guinea anführe. Carabus Olympiae war ihm will- kommen und auf die in Aussicht gestellten Chile-Insecten rechnet er gerne.

24. Herr Andrew Wilson, Edinborö 11. Oct., wünscht mit einem hiesigen Lepidopterologen in Verbindung zu treten.

25. Herr Lucas v. Heyden, Frankfurt a. M. 1. Nov., be- richtet über die ihm als Beläge zu Determinations-Con- troversen von mir gesandten Käfer,

26. Herr Dr. Haag, ibidem 31. Oct., hat sich an der er- haltenen Sendung erfreut, die Bücher erhalten und wünscht Defecte in der Zeitung ergänzt zu haben.

27. Herr Lehrer Cornelius, Elberfeld 24. Oct., wünscht, dass Herr Dr. Dahlbom in Lund gelegentlich an die Rücksendung der vor langer Zeit entliehenen Hymenop- tera erinnert werde, und legt einen Artikel für die Zei- tung bei.

28. Herr Hauptmann Quedenfeldt, Posen 19. und 22. Oct., fragt, ob das mitgesandte Thier Pelecotoma sei und ob von einigen andern Species Gebrauch zu machen.

29. Herr Dr. St. di Bertolini, Trento 25. October, bittet um Determination eingesandter Coleoptera und wünscht einige Bücherdupla billig zu verkaufen: Erichson, In- secten Deutschlands (incl. Schaum 1, 2, Kraatz vollst., Band IIL, Kiesenw. 1), Mulsant Latigönes, Redtenbacher vollst., Rosenhauer Beiträge.

30. Herr Andrew Murray, Edinborö 2. November, be- richtet auf meine Anfrage wegen der vom Berliner Museum entliehenen Typen, dass Herr Westwood mit den von ihm übernommenen Zeichnungen im Rückstande geblieben sei, er aber jetzt binnen kürzester Zeit für die Rücksendung sorgen werde. Er hat kürzlich den zweiten Band von Boheman's Insecta CafTr. durchgear- beitet und sich an der musterhaften Klarheit der Be- schreibungen erbaut. Er giebt mir ein Verzeichniss seiner Höhlenkäfer, an deren Vervollständigung ihm sehr gelegen ist, und fragt, wo Carabus Olympiae beschrieben worden? (Von Sella in Guerin's Revue et Magazin Zool. October 1855 und Annales de France 1855 LXXXVI.)

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31. Herr Dr. Hagen, Königsibc;rg 20. Od., seiulet einige Kxeniplare seiner mit Sclys-Lüngcliainps «ronieinschaftlich ijeniiiclilt'n Monoyrapliie der Goinpliiden für den Verein lind zur Vortlieilun^-. Die für Kiiolitnd heslininiten. be- reits im Juni von Selys expedirtcn l'lxeinplare scheinen irgendwo verkramt zu sein, da sie i)islier nicht an die Adressen gelangten. Hagen's bibliographisches Werk schreitet vor; er gerielh (hd)ei auf die zufällige Bemer- kung, dass überwiegend die meisten französischen Ento- mologen der erst(»n, die englischen der zweiten Hälfte des Alj)hal)ets angehören. Jetzt sollen in der Arbeit mit Selys die Agrionen an die; Reihe kommen. Nietner hat scluine Sachen geschickt, (icrstäcker's letzten .lalires- bericht findet H. durchaus vortrelflich. Ebenso den allge- meinen Theil seiner Eumorphiden; den besondern zu benr- theilen, muss Coleopterologen in specie anheimfallen. Ueber den Werth der in den letzten ^Viener Monatsheften gedru(-kten Arbeit Kdlenati's hat H. seine besondere i\Iei- nung. Interessant war es ihm, gelegentlich eine Aeusse- rung von Fabricius über Bastard-Erzeugung zu finden.

32. Die K. niederländische Gesellschaft Natura Artis Magistra in Amsterdam sendet die neunte Lieferung ihrer Me- moiren und dankt für die von uns erhaltenen Publica- tionen 1857.

Ich übergehe ein(! ungefähr gleiche Anzahl von Zuschrif- ten mehr untergeordneter Art und glaube, mit den vorgetra- genen more solito bewiesen zu haben, dass unser V^erein sich in altgewohnter, gesunder Weise nach Aussen und Innen thätig und hülfreich erwiesen hat. Den geehrten hiesigen Colleg(;n, welche mich bei der Administration der Yercins- Angclegenheilen durch V(;rwaltuug der Kasse, Biltliothek, Zeiliings-Expedition freundlichst unterstützten, gebührt selbst- verständlich der aufrichtigste Dank für ihre willkommene Hülfe.

Nachdem Herr Dr. Coquerel von der K. franz()sischen Marine. d(!r- zeit in Paris,

Dr. Vesco von der K. fr<inz(»s. Marine, derzeit in Toulon,

Herr Oberlehrer Carl >Vankel in Dresden als Mitglieder in den Verein aufgenommen und die bishci'igen N'orstaiidsmilglieder in ihren Vereins-Aemtern bestätigt worden \v;ireii, wurde die Sitzung aulucliobeii.

C. A. Dohrn.

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Lepidopterologische Beobachtungen auf einer Wanderung über das Stilfser Joch.

Von Dr. A. Speyer.

Wir hatten, mein Bruder August und ich, einige Tage lang die Umgebungen von Bolzen und Meran durciistreift, jenen klimatisch vorzugsweise günstigen Winkel des deutschen Alpenlandes, wo dem vom Brenner oder der Maiser Haide herabsteigenden ^^ anderer fast plötzlich eine ganze Reihe neu auftretender Pflanzen- und Thierformen, am vernehmlichsten aber der lärmende Chor classischer Cicaden*) verkündigt, dass er die Schwelle des Mittelmeergebiets überschritten hat. Der tiefe Einschnitt des Etschthals verlegt diese Grenze hier weiter polwärts als wohl irgendwo sonst (Meran 46" 40' n. Breite) und führt acht südliche Charakterformen bis in das Herz des Hochgebirges, fast bis zum Fusse der mit zwanzig Gletschern belasteten Oetzlhaler Alpen hinauf. Der landschaft- liche Reiz dieser herrlichen Thäler, wie die Mannigfaltigkeit ihrer Erzeugnisse und das Interesse, welches sie für den Zoologen und Botaniker haben, entspringt wesentlich aus der Vereinigung dieser Contraste. An lepidopterologisclien Pro- ducten fanden wir sie übrigens diesmal minder reich, als bei

"'") Die beiden grossen Arten, Cicada plebeja Scop. (Tett. fraxini Fabr.) und Cic. orni L., von denen die eine oder die andere wohl der rettig des Anakreon sein wird, wohnen um Botzen und Meran an fast allen schattigen Stellen in zahllosen Schaaren. Ich bemerke dies hier ausdrücklich, da Herr Dr. Hageu in seiner Abhandlung über die Singcicaden Europas (Ent. Zeit. Jahrg. 1855 und 1856) eines Vorkom- mens derselben in Tirol nicht erwähnt. In dem vielstimmigen Con- certe, welches im untern Eisack- und Sarnthale, beim Schlosse Tirol und an vielen andern Stellen aus Gebüsch und von den Aesten der Bäume (im Eisackthale auch von den Telegraphenstangen herab) fast betäubend an unser Ohr schlug, glaube ich durch das Schwirren der zahlreichen Orthopteren auch noch andere Cicadentöne erkannt zu haben; gefangen und mitgebracht haben wir aber nur die beiden ge- nannten Arten. Cicada plebeja, die grösste europäische Singcicade, scheint hier besonders wohl zu gedeihen, denn das Pärchen, welches wir (aus dem Sarnthale, eine Wegstunde nördlich von Botzen) mit- nahmen, erreicht oder übcrtrifl't noch die grössten Maasse, welche Ha- gen für diese Art angiebt. Das Männchen hat eine Körperlänge von 341/jmm^ mit den Flügeln von ölmm^ beim Weibchen sind die ent- sprechenden Maasse 33 y2 ^^"f' 50, während Hagen für dieselben 31 34, resp. 46—50 nach seinen aus andern Gegenden Südeuropas stammen- den Exemplaren fand. In Betreff des Gesanges kann ich die Angaben Latreille's gegen Scopoli bestätigen : der Ton der Cic. plebeja klingt höher und reiner, als der von Cic. orni. Ich habe die singenden Thiere beobachtet und dann gefangen, so dass ich hierüber vollkom- men sicher bin.

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einem frühem Besuche. Die meisten Arten waren spörlicher vorhiinden; einige, die damals nicht selten gewesen waren, feiilten ganz. Die ungewöhnliche Trockenheit des vorigen und der ersten Hallte des laufenden Jahres mochte die Ur- sache dieser relativen Armuth sein, wie denn auch in Nord- deutschland der Sommer 1858 wohl aus demselben Grunde unergiebiger an entonuilogischen Schätzen war, als irgend ein früherer, dessen ich mich entsinne. Fast nur an Localitaten, die der Austrocknung erfolgreichen Widerstand zu leisten vermochten, besonders in dem engen, leisen- und burgen- reichen Sarnthale, war die Ausbeute b(;friedigend.

Wir verliessen Meran am II .luli, fuhren den Vintschgau herauf bis Eyers und machten von da zu Fuss einen Abstecher auf das Stilfser (Wormser) Joch. Diese höchste aller fahr- baren Strassen, welche das eis- und transalpine Europa ver- binden, reich an den erhabensten Nalurschönheiten, scheint trotz einer Vereinigung seltner Vortheile, die sie für die Er- forschung des Hochgebirges bietet, noch wenig von Entomo- logen besucht zu sein. Es wird nicht viele Punkte geben, wo eine Poststrasse in möglichsler Sicherheit und Bequem- lichkeit bis lief in die Schneeregion vorzudringen gestattet und wo an drei stufenweise übereinander gelegenen Stellen: in 4892' (Trafoi), Ö717' (Franzenshöhe) und 76Ü0' (Sta. Maria) Gasthäuser sich dem Reisenden zu Gebote stellen, von denen das erste und letzte auch für einen langem Aufenthalt aanz Wühl geeignet sind. Dabei erfreut sich wenigstens die tiroler Seite des Passes einer mannigfachen und üppigen Vegetation und einer an Arien und Individuen zahlreichen Falter-Bevöl- kerung, neben der doch wohl auch die von uns nicht berück- sichtigten übrigen insecten-Orduungeu entsi)reclieud vertreten sein werden. Ich glaube somit (iruiid zu haben, die genarmle Localitäl alpeureiseudeu ("ollegeu in emplelil(;nde Erinnerung zu bringen. Was wir daselbst fanden und Bemerkenswerlhes beobachteten, enthalten die nachfolgeiulen Zeilen. Wir gingen am 4. Juli von Eyers bis Trafoi, blit^ben daselbst den folg(!n- den Tag und wanderten am dritten über die .lochhöhe nach Sta. Maria im Vellliii. Bringt man in Anschlaü", dass uns die Hälfte dieser drei Tage durch Regenwetter verloren ging, dass unser Besuch in eine für die höchsten Regionen zu frühe .lahreszeit und in einen dem Gedeihen der Schmetterlinge überhaupt ungünstigen Sommer fiel, dass wir endlich den Mi- crolej)idopteren fzun)al den Tortricinen und Tineinen, mit welchen wir weniger vertraut sind) fast gar keine Aufmerk- samkeil geschenkt haben, so wird mau die Zahl der beobach- teten Arten nicht unbeträchtlich nennen können. Auf müh- sanu'res, zeilraubendes Suchen konnten wir uns nicht oinla.ssen,

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sonst würde sonder Zweifel noch manche seltnere Art, auch aus den Familien der Gross-Schmetterlinge, unser Verzeichniss zieren, vielleicht Arctia flavia und quenseli, die ja im nahen Engadin bereits geliuiden wurden. Für Melitaea asteria, die nach Bischoir auf dem Wormser Joche fliegt, war die Zeit wohl noch etwas zu früh (doch fingen wir bei Heiligenblut im Jahre 1850 nicht viel später, am 11. Juli, ein Exemplar). Raupen und besonders Puppen von Tagfaltern fielen uns auch ungesucht und stellenweise zahlreich in die Augen, wir waren aber nicht darauf eingerichtet, uns mit ihrer Fliege zu be- fassen und mögen auch so manches Gute unentdeckt gelassen haben.

Die Strasse (ritt bei Prad (2967') aus dem breiten, söh- ligen Etschthale in die Thalspalte, aus welcher der Trafoibach hervorströmt, den sie nun, meist an der Bergwand zur Linken sich hinziehend, bis fast zu seinem Ursprünge unweit Trafoi verfolgt. Das Thal wird bald schluchtenartig eng und verliert eine eigentliche Thalsohle völlig; der Raum für die Strasse musste den steilen Bergwänden n)ühsam abgerungen werden, und durch Lawinen oder Stürme zerbrochene Wälder über, herabgerollte Felsblöckc und Schuttnuissen unter dem Wege, wie die Spuren erlitlener Beschädigung am Strassenkörper selbst, machen Jen Wanderer in sehr eindringlicher Weise auf die Schwierigkeiten der Anlage und die Kosti^pieligkeit der Unterhaltung des merkwürdigen Baues schon in diesem untersten Abschnitte aufmerksam. Günstige Localitäten für den Fang zeigten sich erst, nachdem wir einige hundert Fuss gestiegen waren, wurden von da ab aber immer häufiger. Den erslen j-eich bevölkerten Fangplatz fanden wir in etwa 3500' Höhe, da, wo das Dorf Stilfs, welches der Strasse den Namen gegeben hat, hoch oben von der Bergwand zur Rech- ten herabschaut: einen kleinen, zum Theil sumpfigen Wiesen- fleck, der sich von der Strasse gegen den Bach herabzieht und an seinem untern Ende geringe Mauerreste eines kleinen zerstörten Gebäudes enthält. Am meisten überrascht waren wir hier durch das Erscheinen von Folyommatus gordius, den wir bei Botzen und Meran stellenweise nicht seilen gefunden, in dieser Localität und Meereshöhe aber keineswegs verniuthet hatten. Er flog in beträchtlicher Zahl und liess sich auf blü- hendem Quendel (Thymus serpyllum), seiner Lieblingspflanze, zu der er verscheucht immer wieder zurückkehrt, ohne Mühe fangen. Wir erhielten aber nur Männchen. Hier zuerst zeigte sich auch Polyommatus eurybia 0. (die Stammart Chryseis be- merkten wir nicht), deren untere Grenze demnach mit der obern von Pol. gordius zusammenfällt. Argynnis amathusia flog einzeln, nicht viel häufiger Erebia ceto und von dieser

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letzttM'n nur weibliche, bereits verflogene Exemplare. Ich will iiucli die übrioen, iiieii.1 geineinern Arten, soweit sie mir erinnerlicii sind, hier rianihalt machen, um das bunte Leben, welclies sich auf dem kleinen, liöchstens einen Murren ffrüs- sen, Fleck zusammengedränol hatte, zu veranschaulichen. Es waren: 3Ielitaea cinxia, athalia, Argynnis euphrusyne, niobe, adippe, aglaja, Arge galatea, Pacarge maera, Epine()liele janira, Lycaena arion, acis, adonis, corydon, alexis, aegon, Pul. circe (Var. suhalpina), virgaureae, Gun. rliamni, Cul. hyale, Aporia cralaegi, Üoritis apoUo, Zygaena transaipina, lonicerae, medi- caginis, minos, Syiitomis phegea, Acronycta euphorbiae (an altem Gemäuer), Oianlh. caesia (desgl.), Leucania conigera, Odezia chaerophyllata , Botys sophialis, aerealis, Crambus myellus und mehrere andere Crambiden, die ich nicht nament- lich nutirt habe.

Von dieser Stelle an gab es an {\en Abhängen neben dem Wege und sogar auf der Strasse selbst, an deren höl- zernem Geländer zahlreiche Psychidensäcke festgesponnen waren und Noctuen ruhten, fortwährend Beschäftigung, bis gerade, als wir das Ziel unserer Wanderung vor uns erblick- ten, die ersten Regentropfen ans den längst drohend heran- gewachsenen Wolken niederfielen und uns mitten durch faller- belebte üppige AViesen, wo die goldrotlien Flügel von Pol. eurybia verlockend glänzten, dem schirmenden Dache des Post- und (iasthauses zutrieben. Auch hier noch, auf der gastlichen Schwelle selbst, fehlte es nicht an einem entomo- logischen Willkommen: an der Thür und auf der Flur des Hauses hatten einige Alpenspanner (I.ar. optata und lolaria) gleich uns Schutz vor dem Hegen gesucht und wurden im Vorbeigehen eingefangen. Der Rest des Tages blieb ein für das Sammelgeschäft verlorener. Kaum, dass kurze, regenlose Pausen eine Umschau über die nächsten Umgebungen unseres Standquartiers gestatteten, um uns dann doppelt die erzwun- gene Unihätigkeit bedauern zu lassen. Trafoi ist eine für entomologische Zw(!cke ungemein günstig gelegene Localilät. Ueppige Wiesen und blumenreiche Hänge umgeben allerseits den kleinen, fast nur aus (iasthaus uml Pfarrgehöft bestehen- den Ort, Nadelwald zieht sich dicht heran und an felsigen und sumpfigen Plätzen ist kein Mangel. Die Flor eines Ab- hangs dem Hause gegenüber war so reich an auseliulichcn, buntfarbig blühenden Pflanzen, dass ich, aus der Tliiire tretend, einen Augenblick glaubte, den {{lumengarten der NVirthin vor mir zu sehen. Das hochsteuglige Polemonium coeruleiim ge- deiht hier in besonderer Uep[)igkeit und Menge. Zu diesen von der Natur allein gelieferten Vorzügen des Orts gesellt sich, als wesentliche Ergänzung, ein Gasthaus, welches allen

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billigen Ansprüchen eines nicht Verwöhnten Genüge tliut. Reinlichkeit, Ireiindliche Bedienung nnd Preise, welche einen ungemein wohllhuenden Contrast mit dem bilden, was man an den grossen Heerstrassen der Schweiz unter ähnlichen Um- ständen zu finden gewohnt ist.

Als wir am folgenden Morgen erwachten, slrahllen die Schneeberge uns gegenüber in hellem Sonnenschein und wir halten nun Gelegenheit, die Tags zuvor in Wolken versteckte hohe Schneefirste, welche sich vom Orller westlich gegen die Königsspitze und den Monte cristallo hinzieht, mit ihren 11- bis 12,000 Fuss hohen Gipfeln zu bewundern. Die höchste Spitze des Ortlers selbst verbirgt sich hier noch hinter seinen mächtigen Wänden. Zwischen ihm und dem Madatsch oder Mondatsch (nach der dortigen Aussprache, die letzte Sylbc lang und betont) ziehen die beiden stark geneigten Trafoi- Gletscher herab. Ihr lichtes Blau und das reine Weiss der Schneeberge sticht grell ab von der dunkeln Farbe des Mon- datsch, einer colossalen, schrofi'en Pyramide von nacktem Fels, die aus der Bergkette in das Thal vorspringt. Zu diesen charakteristischen Elementen einer Hochalpen-Scenerie gesellten sich als Vordergrund die braunen Häusergruppen des Dörf- chens auf sanft geneigter, saftig grüner Matte, steile, mit dunkelm Fichtenwald bekleidete Bergwände und der Gletscher- bach, der an ihrem Fusse herabschäumt. Es ist ein Bild, wie es nur die Alpen liefern können, von majestätischer, aber wilder Pracht, und ungebrochenen Sonnenlichts zur Milderung seines etwas ernsten Charakters vor Allem bedürftig.

Kaum eine Wegstunde von Trafoi entfernt, im obern Winkel des Thaies, welches hier durch die steilen Wände des Ortlers und Mondatsch geschlossen wird, ganz nahe dem Ende eines der Gletscher, liegt die Kapelle zu den drei heiligen Brunnen einsam auf einem sumpfigen Wiesenfleck. Unfern derselben vereinigen sich drei den Gletschern und dem Mon- datsch selbst entströmende wasserreiche Bäche einer der- selben springt als starker QueW unmittelbar aus dem Felsen- leibe des Berges um als Trafoibach weiter zu fliessen. Man überschreitet sie auf nicht ganz bequemen hölzernen Brücken, kurz ehe man die Kapelle erreicht. Sonst bietet der Weg gar keine Schwierigkeiten und lohnt sich in hohem Grade durch den Blick auf die grossartige und höchst eigenthümliche Umgebung des abgeschiedenen Orts. Auch entomologisch möchte er zu empfehlen sein. Uns lieferte er, bei trübem, regnerischem Wetter, nur eine, aber inleressante Beute, ein gutes Männchen von Lithosia cereola, welches am Stengel einer gelbblüthigen Composite hing. Der Falter wurde meines Wissens bisher nur in Steiermark und Lappland gefunden.

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31it Ausiialirue dieses Abstechers nach den drei Brunnen bescliränkten sicli unsere E\cursiunen auf die Strasse selbst und die kräuter- und bluinenreiclien, aber meist sehr steilen Abhänge, die sie unmittelbar begrenzen. Sie waren fast überall zwischen Trafoi und Franzeiishuhe (dem nächsten Post- und Gastliause oberhalb Trafoi) von Schaaren heliophiler Falter belebt, während die durch den Strassenbau blossgelegten Fels- wände, Mauerlocher und die Pfähle des die Strasse nach der Seite der Aby^ründe begleitenden Geländers Noctnen und Spannern angemessene und zahlreich, besonders von Gnophos- Arten, Larentia aptata und andern Alpenspannern, bewohnte Verstecke darboten. Am 5. Juli gelangten wir nur bis zu den Ruinen einer etwa iOOO Fuss oberhalb Trafoi gelegenen, von italienischen Freischaaren 1848 zerstörten Cantoniere (Can- toniera del bosco genannt), wo eintretendes Regenwetter uns zum Rückzuge zwang. Folgenden Tags machten wir densel- ben Weg noch einmal, überstiegen das Joch und hatten dies- mal bis zur Ankunft in Sta. Maria günstiges Wetter. Je höher man gelangt, um so freier wird der Blick auf die Orteisspitze und die ganze nach ihr benannte Gebirgsgruppe. Man behält sie bis zur Höhe des Passes unausgesetzt im Aug-e. Wendet man sich zurück, so erscheint als malerischer Schluss der Thalölfnung weit gegew Nordost die Oetzthaler Fernergruppe, aus deren Mitte ein mächtiges, breit abgestutztes Schneehaupt wohl der Weisskegel (MÖ'l^'O vorragt. Der eigent- liche Gipfel des Ortlers, eine scharfkantige, ziemlich Hache Sciiiieepyramide, wird erst oberhalb Franzenshöhe sichtbar und hier zumal, wo sich der Berg aus der Thalmulde 6- bis 700U' hoch frei erhebt, macht seine massige, an die der Jung- frau des berner Oberlandes erinnernde Gestalt einen gewal- tigen Eindruck. Dick in Schnee gehüllte Sättel und Firsten verbinden ihn nach rechts hin mit kaum minder hohen Nach- bargipfeln, von denen der lleckenlose Schneekegel der Königs- spitze (Monte zebru) das Auge am meisten fesselt. Den Mon- datschgletscher überblickt man hier von seinem Ursprünge im Firnmeere bis zum Ende seines eigenthümlich geformten Schweifs, den man mit der Tatze eines Raubthiers verglichen hat. Wunderlich gebrochen und verwirrt erscheinen in dieser Perspective die endlosen Windungen der Strasse, deren Zug man von Franzenshöhe längs der Bergwand bis fast zur Höhe des Jochs, wo ihn noch die langen l^awinendächer kenntlich machen, verfolgen kann. W'w genossen dieses Anblicks bei günstigster Beleuchtung und widmeten ihm eine Pause der Ruhe. Es liegt etwas mächtig Ergreifendes in der ruhigen, erhabenen, ich möchte sagen unirdischen Schördieit hoher

Alpengipfel, wenn ihr reines Weiss in scharfen, feinen Linien vom Blau des Himmels sich abhebt.

Bis in die Nähe von Franzenshöhe (6717') Hess weder die Fülle und Mannichfalligkeit der die Abhänge und Strassen- raine schmückenden Blumen, noch die der sie besuchenden Schmetterlinge eine merkliche Abnahme erkennen. Hier aber wurden Flora und Fauna ziemlich plötzlich auffallend ärmer. Eine Reihe von Arten trat zurück und nur zwei neue er- schienen zu ihrem Ersätze: Melitaea varia Bisch, und Erebia gorge. Die letztere blieb bis gegen 8000' Höhe unsere Begleiterin und war nebst Setina ramosa und einem nicht ge- fangenen kleinen Spanner der letzte Schmetterling überhaupt, den wir am nördlichen Abhänge des Passes bemerkten. Frei- lich gönnten wir uns auf dieser höchsten Strecke des Weges auch wenig Müsse zum Beobachten und Sammeln und schrit- ten eiliger bergan, da von kaum geschmolzenem Schnee auf- geweichter Boden, triefende Lawinendächer, dann auch unge- schmolzener Schnee und pausenweise von der Jochhöhe herab- stürzende eisige Windstösse die Wanderung unbehaglich zu machen anfingen. Dazu hingen sich seit einiger Zeit Wolken in recht malerischen, aber etwas bedenklichen Formen an die Häupter der Berge, in immer wechselndem Spiel bald diesen, bald jenen Gipfel verhüllend; wir mussten besorgen, dass die Reihe, eingehüllt zu werden, auch bald an uns kommen werde. In der That machten wir wenige Stunden später die nähere Bekanntschaft dieser nur in der Ferne schönen, „himmlischen Töchter", erreichten aber jetzt die granitene Säule, welche auf der Höhe des Jochs die Grenze zwischen Tirol und der Lombardei bezeichnet, während noch der grösste Theil der Gegend in hellem Sonnenschein lag. In einer hier zum Schutz für die Arbeiter an der Strasse errichteten Hütte (casino degli rotteri die Arbeiter sind meist Italiener, wie es die Er- bauer der Strasse waren, daher die italienischen Namen auch an der tirolischen Seite des Passes) restaurirten wir uns einen Augenblick , knöpften die Röcke fester zu und stiegen dann über Geröll und Schnee eine Felskuppe hinan, die sich noch ein Paar hundert Fuss über den höchsten Punkt der Strasse (8616') erhebt, also etwa 9000 pariser Fuss Seehöhe haben mag. Sie liegt nach allen Seiten frei und gewährt eine aus- gedehnte Rundsicht über einen grossen Theil der rhätischen Alpen, am weitesten gegen West und Süd, am wenigsten weit gegen Osten, wo die nahe Ortlergruppe den Rahmen des Bildes verengt. Diese letztere bleibt indess der Glanzpunkt derselben: eine schimmernde Welt von Eis und Schnee, in prächtigen Pyramiden und Kegeln aufsteigend. Westlich, ge- gen Graubünden hin, hebt sich eine zackige graue Mauer

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hinter der andern, aber keiner der zahllosen Gipfel tritt durch majestätische Hühe oder edle Form besonders hervor. Auch nach Süden hin machte sich dieser Mangel benierklich, doch verdeckten hier Wolken einen Theil der höchsten Berge; die ülzthaler Alpen im Nordosten hatten sich leider gänzlich ver- hüllt. Wir waren nicht der Entoinülogie zu Liebe hier hinauf- gestiegen, aber ohne den liefligen Wind, der unausgesetzt die Höhe fegte, hätten wir vielleicht doch einige Beute gemacht; eine Erebia, wahrscheinlich Manlo, ein mittelgrosser grauer Spanner (Gnophos?) und eine Hummel (oder doch ein Thier von entsprechendem Habitus) flogen an uns vorüber. Die Vegetation der Fehkuppe war im Verhältniss zu ihrer be- trächtlichen Meereshöhe keineswegs karg zu nennen: zwischen Schnee und nacktem Gestein drängten sich überall Pflanzen hindurch, von denen mehrere in Blüllie standen, besonders zahlreich eine kleine rothe Primula, Ranunculus glacialis und alpestris. Die dichten Rosen der zierlichen Silene acaulis überzogen hier und da den felsigen Boden. Der Wind blies zu scharf, um ein langes Verweilen an dieser exponirten Stelle angenehm ünden zu lassen. Wir stiegen bald und raschen Schritts herab, um die fröstelnden Glieder zu erwärmen, und erreichten eine Stunde später das grosse, massive Post- und Gasthaus Sta. Maria in der Lombardei, 7000' über dem Meere, wohl die höchstgelegene menschliche Behausung in Europa, die auch im Winter bewohnt wird. Wenige Schritte unter dem höchsten Punkte der Strasse fingen wir ein frisches Männchen ^on Erebia manto, weiter hinab begegnete uns nicht ein Schmetterling mehr, obgleich die Sonne hell und warm herabschien. Ueberhaupt blieb die Manto die einzige zoolo- gische Bekanntschaft, die wir auf italienischem Boden machen sollten, mit Ausnahme der eines Kothschwänzchens (Sylvia tithys), dessen krächzender Gesang uns von einer mindestens die Höhe von 8500' erreichenden Bergwand herab begrüssle; die italienische Seite des Passes ist im Vergleich zur liroli- schen von der Natur sehr stiefmüllerlich behandelt, wenigstens in diesem ihrem obersten Abschnitte. Sobald man die Höhe des .lochs überschritten hat, verschwinden die majestätischen Gipfel {\cs Orllers und seiner Nachbaren, bis auf den flach gewölbten, dick mit Schnee belasteten Rücken des Monte eri- slallo, völlig, die Strasse senkt sich an nackter, steiniger Berg- wand herab in eine öde Mulde, wo das Posthaus liegt, und cröll'net weder eine ausgedehnte Fernsicht, noch zeigt sie etwas Schönes oder auch nur Imposantes in der Nähe. Auf der Nordseite zogen sich üppig grünende und blühende Rasen von Alpeukräutern, wenigstens fleckweise, rasenförmig, bis fast zur Höhe des Jochs; hier war an den Strassenraineti gar

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keine oder nur eine höchst kümmerliche Vegetation zu be- merken und nirgends, soweit das Auge reichte, zeigte sich ein frisch grüner Fleck an den steilen Abhängen über und unter dem Wege. Grössere Feuchtigkeit der nördlichen Seite des Passes, vielleicht auch günstigere Bodenbcschaffenheit mögen diesen vegetativen Vorzug derselben begründen; er lässt wieder auf ein analoges Verhältniss der Insectenfauna zurückschliessen. Doch haben solche Schlüsse ihr Missliches, und uns ein erfahrungsmässiges Urtheil zu bilden, verhinderte die Ungunst des Wetters. Bald nach unserer Ankunft auf lombardischem Boden umzog sich der Himmel, es wurde kalt und stürmisch, und statt der beabsichtigten Excursion nahm die, nicht einmal von entsprechendem Erfolge belohnte, Mühe unsere Zeit in Anspruch, den gezwungenen Aufenthalt im Zimmer durch ein im Kamin angezündetes Feuer von Krumm- holz (Pinus pumilio) behaglicher zu machen. Auch der fol- gende Morgen machte mit Gewitter, Sturm und Schneegestöber alle unsere Hoffnungen zu Schanden und wir hätten Sta. Maria verlassen müssen, ohne irgend Etwas von den Producten sei- ner Umgebungen kennen zu lernen, wäre nicht Herr Corbelta, der Wirth des Hauses, neben verschiedenen andern Qualitäten, die er in seiner Person zu vereinigen wusste, auch ein Stück von einem Naturforscher gewesen. Mit grosser Gefälligkeit holte er die, etwas trümmerhalten, entomologisclien Schätze herbei, die er hier oben in der unmittelbaren Umgebung sei- ner Wohnung gefangen hatte. Es war freilich nicht viel, und nur wenige Arten darunter, die wir nicht selbst schon beob- achtet hatten. Ich habe sie unten erwähnt. Das Bemerkens- wertheste in der kleinen Sammlung bestand in den Fragmenten einer Sphinx convolvuli, deren Vorkommen in solcher Höhe nach den bisherigen Erfahrungen durchaus nicht zu vermuthen war. Es habe ihm eine lange und anstrengende Jagd gekostet, erzählte Herr Corbetta, des flüchtigen Thiers an einer Berg- wand oberhalb seines Hauses habhaft zu werden, und schliess- lich eine bittere Enttäuschung, als ihm die ihrer Grösse wegen für sehr werthvoll gehaltene Beute von einem kundigen Gaste als etwas in der Ebene ganz Gemeines bezeichnet worden sei. Ich gehe nun zur systematischen Aufzählung der Arten über, welche wir an den genannten drei Tagen zwischen Prad und Sta. Maria, in 3000 bis 9000' Meereshöhe und zwar, mit Ausnahme von Er. manto und den nur in Sta. Maria gese- henen, sämmtlich an der tirolischen Seite der Strasse beob- achtet haben. Beim Herabsteigen wir wählten den Weg durch das Münsterthal war das Wetter so schlecht, dass von Schmetterlingen fast gar nichts zu sehen war. Es schien aber in der That auch hier Flora und Fauna ärmer und

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einförmiger zu sein. Nur Alpenrosen, die wir nirgends auf der tirdier Seite bemerkt hatten, fanden sich auf der