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LIBRARY OF MARINE B10L0GICAL LABORATORY

WOODS HOLE. MASS.

LOANED BY AMERICAN MUSEUM OF NATURAL HISTORY

ARKIV

FOR

Z O O L O G^ I

UTGIFVET AF

K. SVENSKA VETENSKAPS-AKADEMIEN

BA.ISTD 1

MED 2 6 TAFLOR

STOCKHOLM

KUNGL. BOKTRYCKERIET. P. A. NORSTEDT & SÖNER

1903-1904

M

A

iH-*1

FÖRSTA BANDETS INNEHÅLL.

Sid.

1. TrägÅrdh, I., Beiträge zur Kenntnis der Dipterenlarven. 1.

Zur Anatoinie und Entwicklungsgeschichte der Larve von Ephydra riparia Fall. Tafl. 1—4 1 42.

2. Schwarz, O., Die von Herrn Prof. Yngve Sjöstedt in Kamerun

gesammelten Elateriden, Eucnemiden und Throsciden .... 43 53.

3. Weise, J., Coccinelliden und Hispiden aus Kamerun. Tafl. 5 55—63.

4. Lönnberg, E., On the adaptations to a molluscivorous diet in

Varanus niloticus 65—83.

5. Bergendal, D., Till kännedomen om de Nordiska Nemertinerna.

4. Förteckning öfver vid Sveriges västkust iakttagna Nenier-

tiner 85—156.

6. Michaelsen, "W., "Westafrikanische Oligochseten gesammelt von

Herrn Prof. Yngve Sjöstedt. Tafl. 6 157-170.

7. SpiETH, F., Verzeichnis der von Professor Dr Y. Sjöstedt in

Kamerun gesammelten Cassiden 171 180.

8. Wahlgren, E., Aphanipterologische Notizen nebst Beschreibung

neuer Arten. Tafl. 7—9 181—196.

9. Bengtsson, S., Studier ock iakttagelser öfver humlor .... 197—222.

10. Jacoby, M., Phytophagous Coleoptera obtained by Prof. Sjöstedt

in the Cameroons. Tafl. 10 223—234.

11. Fauvel, A., Staphylinidse recueillis au Cameroun par le Dr

Yngve Sjöstedt. Tafl. 11 235—244.

12. Aurivillius., Chr., Verzeichnis einer Schmetterlingssammlung

aus dem Katanga-Gebiete im siidwestlichsten Theile des Congo-

staates 245 254.

13. Adlerz, G-., La proie de Methoca ichneumonides Latr 255 258.

14. Jäderholm, E., Aussereuropäische Hydroiden im schwedischen

Reichsmuseum. Tafl. 12—15 259—312.

15. Aurivilliös, Chr., Neue öder wenig bekannte Coleoptera Longi-

cornia. 8 313—328.

16. Cleve, P. T., Report on Plankton, collected by Mr Th. Wulff

during a voyage to and from Bombay. Tafl. 16-19 . . . 329—381.

17. Trybom, F., Two new species of the genus Euconaxius.

Tafl. 20, 21 383-393.

18. Nordenskiöld, E., Hydrachniden aus Siidamerika 395 397.

19. Felsche, C. und d'Orbigny, H., Coprophagen der Ausbeute des

Herrn Professor Yngve Sjöstedt 399—409.

20. Ulmer, C, Ueber die von Herrn Professor Y. Sjöstedt in Ka-

merun gesammelten Trichopteren 411 423.

IV

Sid.

21. Tullgren, A., On some Hymenoptera Aculeata from the Ca-

meroons with an appendix: On some type-species of the genus Scolia and Belenogaster in. the R. Museum of Stockholm. Tan. 22-25 425-463.

22. Tullgren, A., On some species of the genus Scolia (s. 1.) from

the East-Indies collected by Carl Aurivillius 465—472.

23. Lönnberg, E., On the homologies of the different pieces of the

compound rhamphotheca of birds 479—512.

24. Jacoby, M., Descriptions of some new species of Phytophagous

Coleoptera obtained by Baron E. Nordenskiöld in Bolivia and

the Argentine Republic 513—524.

25. Kieffer, J. X, Beschreibung neuer Proctotrypiden und Evaniiden 525—562.

26. Borg, Hj., Forficuliden aus Kamerun. Tan. 26 563—580.

ARKIV FOR ZOOLOGI.

Band 1.

Beiträge zur Kenntnis der Dipterenlarven.

Von

IVAR TRÄGÅRDH,

Upsala.

1.

Zur Anatomie und Entwicklimgsgeschichte der Larve von Ephydra riparia Fall.

Mit vier Tafeln.

Antagen den 14 januari 1903. Granskad af Hj. Théel och Chr. Aurivillius.

/

Die Fliege, deren Larve der Gegenstand vorliegertder Untersuchung ist, konmit sehr häufig an den Kusten Schwe- dens vor und wird sogar auf den kleinsten, in den äusseren Schären befindlichen Felsen angetroffen. Nach Zetterstedt (25. p. 1808) konimt sie auch an den Kusten von Norwegen bis zum Nordkap und an den Kusten von Dänemark vor.

Der erste, welcher ihre jtingeren Entwicklungsstadien erwähnt, ist Zetterstedt, der (1. c.) eine kurze Beschreibung des Pupariums liefert. In der Litteratur finden wir später mekrere Angaben beztiglich Ephydra-Iuaxvrn und -Puparien, welche sich aber sämmtlich nur auf die äussere Morphologie beziehen und ini Grossen und Ganzen unsere Kenntnis von ■der Larve sehr wenig erweitert haben.

So beschreibt Zetterstedt etwas ausfiibrlicher (p. 1809) aucb das Puparium einer anderen EpJtydra-Art, E. salina Duf.

Im Jahre 1834 finden wir eine Beschreibung von sowohl dem Puparium als der Larve einer Ephyära-Ajct, E. salinaria

Arkiv för zoologi. Bd 1. 1

2 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 1.

von Bouché (3., p. 99., t. VI., fig. 13, 14). Aus dieser Beschrei- bung ist hervorzuheben, dass Bouché sowohl die Mundhaken als die kleinen, von den späteren Autoren libersehenen Pro- thoracalstigmen beobachtet hat. Im ubrigen enthält aber seine Beschreibnng, sowie die von ihm gelieferten Abbildungen, wie von Loew (siebe unten) klargelegt worden ist, eine Menge Fehler.

Die nächste Angabe finden wir 1843 von v. Heyden, der die Larven einer Ephy dra- Art1 in den Soolenkästen in Nau- heim srefunden hat. 1844 beschreibt er die Larve ausflihrlich und benennt sie jetzt Ccenia halophila.

Im Jahre 1864 beschreibt Loew (27. p. 336—347) aus- flihrlich dieselbe Larve wie Bouché und zeigt, dass sie nicht der G-attung Ephydra, sondern der nahestehenden Gattung Halmopota gehört; sie unterscheidet sich von den Ephydra- Larven dadurch, dass das letzte öder achte Paar Abdominal- fusse bei ihr nur in ganz rudimentär er Weise vorh anden und nicht mit Borsten besetzt ist.

1871 beschreibt und biidet A. S. Packard (14. p. 273 und 239) zwei Ephydra-JuSbYven, E. californica und gracilis ab. Die erstere von diesen zeigt eine grosse Ubereinstimmung mit E. riparia Fall., wie sie Loew beschrieben hat, unter- scheidet sich aber durch das Hinzukommen von einem Paar Abdominalfiissen. Jeder Abdominalring hat drei breite, trans- versale Rtickenfurchen ; die Thoracalsegmente dagegen ent- behren vollständig der Furchen. Die Mandibeln sind als scharfe, gebogene Chitinhaken vorhanden; hinter denselben nndet sich ein Paar papillenähnelnder Antennen (?) und zwi- schen diesen und den Mandibeln sitzt ein Paar kurzer Tu- berkeln, welche Packard als rudimentäre Palpen deutet. In Anbetracht der ziemlich genauen Beschreibung des Kopfab- schnittes fällt es auf, dass Packard nicht die vorderen Stig- mata hat finden können, trotzdem er aus der von ihm mehr- mals citierten Beschreibung Loew's ihr Vorhandensein an anderen Ephydra-Ii&rven kennt. Diese Angabe von ihm ist es offenbar, welche, wie wir im Folgenden sehen werden, Brauer veranlasst, in seiner kurzen Charakteristik der Lar- ven der Familie Ephydrince ihnen Vorderstigmen abzusprechen.

1 Nach Schiner (Fauna austriaca) ist diese Art sowie E. salinaria mit E. riparia identisch.

TRÄGARDH, BEITRÄGE ZUR KENNTNIS DER DIPTERENLARVEN. 3

Die Lärven befanden sich in einer Kollektion von Insek- ten ans einem Salzsee in Californien, dem s. g. Clear Lake, nnd wnrden später anch in einem anderen oalifornischen See, Mono Lake, dessen Wasser nicht nur änsserst salz, sondern auch sehr alkalisch war, gefnnden.

1883 finden wir in »The American Naturalist» (p. 976 977) die interessante Angabe von einer Ephydra-^L^xvQ, E. Juans Say., dass sie in Salzseen in Californien in ungeheuren Mengen vorkommen nnd ein wichtiger Teil der Nahrung der dortigen Indianer sei.

1884 beschreibt S. W. Williston (23. p. 87—90) die Fliege von E. californica nnd berichtet etwas ausfiihrlicher tiber den Fång derselben von den Indian ern.

1883 giebt F. Brauer in seiner Arbeit tiber die Dipteren- larven folgende Diagnose der Familie Ephydrince: »Die Ephy- drinen-Larven haben einen eigentiimlichen Ean nnd sehen den Eristalis-LårYen ähnlich, besitzen jedoch Mnndhaken, die oft nnten gezahnt sind, und die Atemröhre ist hinten gabel- spaltig mit divergierenden Stigmenträgern. Der letzte Ring zeigt nnten einen nach vorne gebogenen Fortsatz nnd vor die- sem 7 Paar mit Krallen besetzte Bauchfiisse, die auf den 5 vorderen Ringen fehlen. Die Larva pnpigera gleicht der Larve, sie hängt sich jedoch mittels des Analfortsatzes und letzten Bauchfusspaares an Pflanzen fest. Vorderstigma fehlen bei der Larve.»

Wie knrz auch diese Zusammenfassung un ser er bisheri- gen Kenntnis der Familie noch ist, so enthält sie doch die durchaus unrichtige Angabe, dass die Vorderstigmen bei der Larve fehlen, eine Angabe, welche bis heute noch nicht kor- rigiert worden ist. Denn seit 1884 x habe ich nur eine sehr kurze Mitteilung iiber Ephydrinen-Larven finden können, nämlich bei Gunther (26. p. 415. Pl. 27, fig. 3, 3 a), welcher eine Art E. urmiana aus dem Salzsee Urmi in N. W. Persien beschreibt, und weder Miall (11) noch Lampert (8) erwähnt sie in ihren Arbeiten tiber Wasserinsekten.

Unsere Kenntnis von diesen Larven känn also mit Recht als sehr unvollständig betrachtet werden.

1 Mit Ausnahme von zwci kurzen Notizen in 111. Zeitschr. fur Entomo- logie 1889 von Prof. L. Kathariner, N:o 3, und E. Reuter, N:o 8, iiber die Lebenszähigkeit der E-phydra-L&vve.

4 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 1.

Daher darf ich wohl annehnien, dass vorliegender Bei- trag zur Kenntnis einer der Larven, der Ephydra riparia Fall., obgleieh in vielen Hinsichten sehr liickenhaft, jedoch auf ein wenig Interesse wird rechnen können.

Das Material, das vorliegender Untersuchung zu Grunde liegt, wurde im Somnier 1898 auf einer Reise längs den Kusten von Schweden in den kleinen salzhaltigen Tlimpeln auf den äusseren Schären eingesammelt und, da meine da- maligen Untersuch ungen rein faunistisch waren, einfach in kaltem, 4-prozentigem Formalin konserviert, ohne dass die Larven vorher geöfFnet wurden. Es liegt auf der Hand, dass ein derartiges Verfahren niclit geeignet war eine musterhafte Konservierung und Fixierung der Larven zu erzielen. Im- nierhin war diese gut genug. um das Dissekieren der Larven und die Anwendung der Mikrotomtechnik zu ermöglichen, wenn auch die Färbung der Schnitte naturlicherweise nicht besonders vorziiglich werden konnte.

Körperform und Segmentierung.

Die erwachsene Larve (Fig. 1 u. 2 T af. 1) hat eine Länge von 8 10 mm und eine Breite von 1,4 mm. Im Durchschnitt ist sie fast kreisrund; sie nimmt nach vorn vom dritten Abdo- minalsegment allmählicb an Dicke ab und verschmälert sich hinten von dem zweitletzten Segmente. Man känn 12 deut- liche iVbscbnitte am Körper unterscheiden, von denen jedoch der erste. der Kopfabschnitt, fur gewöhnlich nicht von oben sichtbar ist, sondern in den nächsten Abschnitt, das erste Thoracalsegment, so vollständig hineingezogen ist, dass nur die Spitzen des hinteren Sinnespapillenpaares von aussen bemerkbar sind.

Die vordere Offnung st ellt dann eine länglich-ovale Ein- sttilpung dar. welche von Fälten des ersten Thoracalsegmentes ringsum begrenzt ist. Der Vorderrand ist quer abgeschnit- ten und wölbt sich hervor, so dass die Öffnung nach unten gerichtet wird.

Das erste Thoracalsegment ist seinerseits oft in das zweite bis zur Hälft e hineingezogen, so dass die vorderen Stigmata, die es trägt, in diesem verborgen werden. Dieser Umstand hat die, wie wir in der Historik gesehen haben, einander

TRÄGÅRDH, BEITRÄGE ZUR KENNTNIS DER DIPTERENLARVEN. 5

widersprechenclen Angaben iiber das Yorhandensein von vor- deren Stigmata veranlasst.

Der Kopfabschnitt und das erste Thoracalsegment sind, wie ans Fig. 5 Taf. o ersichtlich ist, durch eine Querfurche scharf von einander getrennt, im Gegensatz znm Verhalten bei vielen anderen cyclorrapben Dipterenlarven, wo die Grenze äusserlich schwer sicbtbar ist.

Nacb Brauer beruht die Angabe von 12 Ringen ausser dem Kopfabscbnitte bei den Musciden-Larven darauf, dass bei ibnen ein Hantring hinter dem Kopfabschnitte sicb ent- wickelt hat, der als ein wabres Segment gerechnet wurde. Da aber die vorderen Stigmata erst hinter diesem Ringe sitzen, bezeichnet Brauer ihn als ein Zwischensegment. Er sagt weiterhin: »Daher haben anch die cyclorraphen Larven hinter dem ftihlentragenden Ringe nnr 11 wahre Segmente, 3 Thorax- und 8 Hinterleibsegmente.»

Es stimmt unsere Larve mit dieser Angabe iiberein, aber nicht weil ich einen etwaigen Ring als Zwischensegment betrachte, sondern weil ein solcher Ring nicht vorhanden ist.

Die drei Thoracalsegmente entbehren Ftisse, besitzen je- doch kleine Andentungen zu Kriechwtilsten mit nach hinten gerichteten Borsten. Ihre Oberseite entbehrt Querfurchen.

Die 8 Abdominalsegmente sind mit je einem Paar Bauch- iiissen, die eine kraftige Klauenbewaffnung besitzen, versehen und zeigen eine Ringelung von durchschnittlich drei Quer- furchen auf der Rlickenseite. Das letzte Bauchfusspaar ist mit zwei Kränzen von Klauen bewaffnet, von denen diejeni- gen der vorderen Kranze nach vorn, diejenigen der hinteren nach hinten gerichtet sind. Zwischen den Kränzen liegt die Analöftnung.

Das Integmnent.

Das Integument besteht aus stellenweise sehr deutlich geschichtetem Chitin von einer durchschnittlichen Dicke von 0,012—0,016. An der dorsalen Seite ist es etwas dicker und in der Atemröhre erreicht es eine Dicke von 0,032 mm.

Ausserdem zeigt es im Kopfabschnitte und an der ven- tralen Seite des ersten Thoracalsegmentes Verdickungen von 0,4 Dicke.

6 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 1.

Das Integunient selbst ist beinahe farblos, und die Zeich- nung anf dem Rucken, die die erwachsenen Larven besitzen, wird von umgewandelten Haaren hervorgernfen.

Bei den jtingeren Larven (bis zu einer Länge von 4 5 mm) ist die Haarbekleidnng des Körpers tiberall gleichförmig und besteht aus kleinen, oft in der Spitze schwach gebogenen Haaren. Nur an den Teilen, weiche einstiilpbar sind, näm- lich an dem Kopfabschnitt, dem Protoracalsegment und an dem Sifo, sind die Haare entweder vollständig reduziert öder in kleine warzenförmige Börstchen umgewandelt worden.

Bei ilmen ist also keine besondere Zeichnung vorhanden; sie sind von einer graugelblichen Farbe.

Die älteren Larven dagegen haben eine differentiierte Haarbekleidung. An dem Rucken baben sie eine deutlich ausgeprägte Zeichnung, die aus fiir gewöhnlich 7 unregelmäs- sigen dunkelbraunen V-förmigen Flecken besteht (Fig. 2 Taf. 1). Diese wird dadurch hervorgernfen, dass die Haare an diesen Stellen in plattgedruckten Schuppen umgewandelt worden sind. Im iibrigen tibertreffen die Haare auf der Rtickenseite die anderen bedeutend an Grösse.

Das ganze Prothoracalsegment ist (Fig. 5 Taf. 3) mit kleinen, knopfförniigen, dicht in Reihen sitzenden Börstchen besetzt, die in der Dorsalwand der Einstulpung in etwas längere stumj^fe, dtinne Borsten ubergehen,

Die Hypodermis ist einfach und sehr dtinn, besteht aus stark ausgeplatteten, hexagonalen Zellen mit grossen, runden Kernen.

Die Mundteile und das Ceplialopharyngealskelett.

Diese Teile sind bei der £)>%c?ra-Larve sehr kompliziert und bei weitem die kompliziertesten, die man bisjetzt bei den cyclorraphen Dipterenlarven kennt.

Es war daher wahrhaftig nicht leicht, uber ihren Bau ins Klare zu kommen, zumal da es zufolge ihrer starken Chitinisierung sehr schwierig war gute Mikrotomschnitte zu bekommen. Bei der Untersuchung von dem Chitinskelett selbst leistete mir die von S. Bengtsson empfohlene Methode die Exuvien anzuwenden sehr gute Dienste.

TRÄGÅRDH, BEITRÄttE ZUR KEXXTXIS DER DIPTEREXLARVEX. 7

Beim Vergleich mit den Mundteilen von anderen cj^clor- raphen Dipterenlarven hahe ich die Arbeiten von Weissmax tiber Musca vomitoria, von Brauer, von T. Lowxe tiber Cal- liphora erythrocephala, von A. F. Wilkixsox tiber Bristol is ■tenax, von B. Waxdolleck tiber Platycephala planifrons und von de Meijere tiber Callomyia amoena und Lonchoptera lu- tea benutzt.

Eine eingehende Homologisiernng zwiscben den verschiede- nen Teilen dieser Larven hier zu versuchen, lag nicbt in meiner Absicht; tiberhaupt dtirfte dieselbe zur Zeit noch kaum mög- lich sein, denn erstens sind diese Teile bei zu wenigen Lar- ven gentigend bekannt und zweitens wäre es zu dieseni Zweck durchaus notwendig auch die Entwicklung derselben bei den einzelnen Arten zu kemien. In dieser Hinsicbt sind aber unsere Kenntnisse nocb geringer, indeni gegenwärtig nur zwei Arten, Musca vomitoria und die vorliegende Larve, dar- aufhin untersucht worden sind.

Immerhin glaube ich doch, wie ich im Folgenden zeigen werde, schon jetzt einige Teile des Geriists mit Sicherkeit homologisieren zu können.

Der Oberrand der Mundöffnung wird nicht durch einen lippenförmigen Anhang begrenzt, sondera ist in der Mitte schwach eingeschnitten. Rings um denselben, mit Ausnahme des unteren, quer abgeschnittenen Bändes, sitzen in mehreren Beihen geordnet kleine, unten konkave Plätten, deren Vor- dérrand kammförmig gezahnt ist (Fig. 5, Taf. 3). Sie sind auf der Btickenseite des Kopfabschnittes in nur zwei Beihen geordnet, in der hinteren sitzen nur vier kleinere Plätten. Yor der vor deren Beihe und unmittelbar hinter den beiden Mundhaken befindet sich jederseits ein btischeliormiges Ge- bilde, das wahrscheinlich eine modifizierte Platte ist.

Die beiden Mundhaken (m) sind kraftig entwickelt, kon- vergieren schwach nach vorn und verbreiten sich zu zwei breiten, dorsoventral abgeplatteten, stumpf zugespitzten, bei- nahe rechtwinkelig gebogenen, löfFelförmigen Gebilden, deren Band kammförmig eingeschnitten ist. Der tibrige Teil ist ziemlich schmal, seiner ganzen Länge nach von gleicher Breite, bis er sich hinten plötzlich zu einer Art Gelenkfläche erweitert, die einen stumpfen Fortsatz nach oben ausschickt. Ausserdem schicken sie gerade hinter dem Punkte, wo sie liber den Band der Mundöffnung hervorragen, je einen nach

8 ARKIV FÖR ZOOLOGI. RAND 1.

aussen und unten gerichteten, scharf zugespitzten Zahn aus, welcher wohl die Aufgabe hat, die dorsale Wand mit den Mundhaken näher zu verbinden.

Gleich innerhalb der ÖfFnung liegt jederseits horizontal in der Wand ein kleines Chitinstlickcken, dessen Innerrand^ soweit ich habe sehen können, mit kurzen Zähnen versehen ist (s. Fig. 3, Taf, 2).

Der Unterrand der Mundöffnung ist wie der obere ganz ohne jegliches lippenförmiges Gebilde, quer abgeschnitten nnd wird von zwei schmalen S-förmig gebogenen Chitinstäb- chen gesttitzt (c. Fig. 3 u. 5, Taf. 2), die von dem Gelenk zwischen den beiden Mundhaken und den anf sie folgenden grossen Chitinleisten ihren Ursprung nehmen.

Diese oben besckriebenen Teile können als Mundteile- bezeichnet werden.

Die darauf folgende Abteilung, die ich naeh der Nomen- klatur von Weissman mit dem Nainen Schlundgertist be- zeichne, ist die am meisten komplizierte und besteht aus einem System von Gräten und Stäbchen, welche Verdickungen der Intima der Schlundwand ausmachen.

Das ganze Gertist wird von zwei kräftigen longitudina- len Chitingräten gesttitzt, die in den Seitenwänden des Schlundes liegen (lgr. Fig. 3 u. 5, Taf. 2). Sie erweitern sich nach vorn, wo sie, wie oben erwähnt, eine Art Gelenk mit den Basalteilen der Mundhaken bilden. Nach hinten divergieren sie ein wenig und verschmälern sich in ihren Spitzen, welche an den ventralen Fortsätzen der Pharyngeal- platten dicht anliegen.

In der oberen Wand des Schlundes liegt eine dtinne, unten konkave Chitinplatte (epl), deren Form aus Fig. 3 u. 5, Taf. 2 ersichtlich ist. Ihr Hinterrand ist stärker chitini- siert und sendet rechtwinkelig nach den Seiten hin zwei kleine, ein wenig nach unten gebogene Fortsätze aus. In der Mitte zeigt die Platte eine schmale, transversale, leistenför- mige Verdickung.

An den Seiten hängt die Platte mittels einer schmalen Brticke mit den Gräten zusammen; diese Brucke sendet nach vorn je einen kurzen, schmalen und nach hinten einen länge- ren Fortsatz aus, der beinahe die Länge der Gräten erreicht, aber blind endigt, ohne mit den Pharyngealplatten zusam- menzuhängen.

TRÄGÅRDH, BEITRÄGE ZUR KENNTNIS DER DIPTERENLARVEN. 9

Der in der unteren Wand liegende Teil des Schlundge- riistes wird von zwei transversalen (v. und h. Fig. 3 u. 5, Taf. 2) halbcirkelförmigen und zwei longitudinalen seitlichen Chi- tinstäbclien (1) gebildet.

Die dritte Abteilung, der Pharynx, wird von zwei obe- ren (opl) und zwei unteren (upl) longitudinalen Plätten, deren Form ans Fig. 5 Taf. 2 ersichtlich ist, gestiitzt, die vorn von zwei seitlichen und einer dorsalen Briicke1 mit einander verbunden sind.

Nacbdem wir somit den Bau der Mundteile und des Ce- phalopharyngealskeletts kennen gelernt haben, wollen wir einen Versucb machen, diese Teile mit den entsprechenden Teilen anderer Larven zu homologisieren, aber zuerst ist es notwendig auch diejenigen der jtingeren Larven zu kennen. Denn, wie aus Weissmann's klassischer Arbeit tiber Musca vomitoria bekannt ist, machen die Larven dieser Fliege wäh- rend der Entwicklung eine durchgreifende Umwandlung durch, indem u. a. die jiingeren Larven einen unpaaren, medianen Zahn besitzen, der nach Weissman von den beiden zusammen- gewachsenen Anhängen des Manclibularsegmentes gebildet ist, welcher Zahn während der Entwicklung abgestossen nnd durch die beiden Mundhaken ersetzt wird. Ganz dieselbe Entwicklung ist bei allén cyclorraphen Dipterenlarven, die in dieser Hinsicht untersucht worden sind, beobachtet, mit Ausnahme von Calliphora erythrocephala (von Thompson Lowne untersucht), welche den unpaaren Zahn behält, trotz- dem die Mundhaken auch hier hinzukommen.

Es scheinen also diese Teile bei den jtingsten Larven nach einem gemeinsamen Typus gebaut zu sein öder j eden- falls bei den verschiedenen Formen einander mehr zu ähneln, als es bei den älteren Larven der Fall ist. Man könnte da- her erwarten, durch vergleichende Untersuchung der Ent- wicklung der Skeletteile einige Aufschllisse und Anhalts- punkte fur eine Homologisierung zu gewinnen.

Die Figuren 1 und 2, Taf. 2 zeigen uns die Mundteile das Cephalopharyngealskelett einer Ephydra-h&Yve von 1 mm Länge.

Von den ventralen Pharyngealplatten laufen zwei schmale Stäbchen aus (lgr), die auf der dorsalen Seite der Mundhöhle

Die dorsale Briicke ist an der Figur zerbrochen.

10 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 1.

in einen medianen, unpaaren Zahn (z) zusanimentreffen. Dieser Zahn ist dorsoventral abgeplattet und zeigt die Form eines breiten, scharfen Spiesses. Jederseits ist er mit eineni kleinen, blattförmigen Anhängsel versehen.

Ungefähr von der Mitte der Unterseite der beiden Stäb- chen sckicken sie schief nach unten zwei noch kleinere Stäb- chen (1) aus, die nach vorn in einen gerundeten unterkiefer- ähnelnden Bogen znsammenlaufen, dessen Oberrand zwei kleine stumpfe zaknförinige Erhöhungen zeigt. Diese Unter- schlundstäbchen sind weiterliin durch zwei träns versale Stäb- chen (b und v) mit einander fest verbunden.

Ein wenig vor dem Zahn liegen die beiden Mundhaken (m), welche noch sehr klein sind und den rings um die Mund- öffnung sitzenden, oben beschriebenen kammförmigen Plätten sehr ähneln. Wie schon von Weissman nachgewiesen wurde, sind sie auch als reine Integument bildungen anzusehen und sind wohl zweifelsohne aus solchen plattenförmigen Borsten abznleiten.

Die Pharyngealplatten (opl u. upl) sind wie die der äl- teren Larve gebaut, mit Ausnahme davon, dass die obere mediane Brlicke viel breiter ist und vorn in einen breiten, in der Mitte sanft ausgerundeten Fortsatz ausläuft.

Wenn wir die Figuren 1 und 2, Taf. 2 mit den Figuren 2 und 3, Taf. VIII in "Weissmans Arbeit vergleichen, finden wir eine beträchtliche Ubereinstimmung zwischen ihnen.

Die Mundhaken sind bei beiden verhältnismässig schwach entwickelt. Das Pharyngeal skelett, der mediane, unpaare Zahn und die beiden nach vorn konvergierenden Stäbchen sind bei beiden gleich gebaut. Bleibt somit nur das von "Weissman beschriebene X-förmige Stuck iibrig, und dies diirfte man mit ziemlich grosser Sicherheit mit den oben beschrie- benen Unterschlundstäbchen homologisieren können, obwohl freilich gewisse nicht unbedeutende Verschiedenheiten vor- h anden sind. Bei Ephydra sind sie z. B. mit den Schlund- gräten hinten fest zusammengewachsen. Bei Musca vomitoria geht weder aus Weissmans Beschreibung noch aus den Figu- ren deutlich hervor, wie es sich verhält. Er sagt (24 p, 108): »Es schiebt sich zwischen beide Teile (das Gestell und die Sch enkel des Zahnes) noch ein Chitin stuck . . . ein, welches die Verbindung zwischen Zahn und Gesteli noch mehr be- festigt.»

TRÄGÅRDH, BEITRÄGE ZUR KENNTNIS DER DIPTERENLARVEX. 11

Der Verlauf der später eintretenden Veränderung ist nacli "Weissman (24 p. 109) der folgende: »Der impaare me- diane Zahn wird abgestossen, und zwar ohne sich wieder zu erneuern. Dafiir bilden sich aber die paarigen Haken zu seiten der Mundöifnung bedeutend stärker aus und treten in Yerbindung mit den iibrigen Teilen des Apparates. Sie sind jetzt von bedeutender Dicke, gebogen und mit scharfer, kur- zer Spitze versenen, während ihr Schaft an der Basis zwei- schenklig ausein änder weicbt und hier auf einem schräg ge- lagerten Chitinstiickclien aufsitzt. Dieses erst steht dann wieder in Verbindung mit dem X-förmigen Stuck, welches seinerseits dann wieder mit dem Gesteli sich beriihrt. Zwi- schen Gestell un cl Haken sind also jetzt zwei verbindende Glieder eingesckoben, die die Bewegung fortpflanzen. Unter- lippe und Gestell bleiben wie sie waren, nur die Färbung des letzteren wird dunkler.»

Xach Weissman wtirde somit das X-förmige Stuck so- wohl den unpaaren Zahn als die beiden Chitinplatten, welche sich von den beiden ventralen Chitinplatten des Gesteils in die Schenkel des unpaaren, median en Zahns fortsetzen, erset- zen und diese letzteren wtirden beide abgestossen werden.

Es kam mir nun von vornherein unwahrscheinlich vor, dass auch die beiden obengenannten Chitinstreifen, die ihrer grössten Länge nach subdorsal in der Schlundwand liegen, abgestossen werden sollten, um funktionell durch ein ven- trales, in der unteren Wancl liegendes Stiick ersetzt zu wer- den, und da aus Weissmans Abbildungen hervorgeht, dass er das Tier nur von der ventralen Seite betrachtet und keine Macerationspräparate gemacht hat, so glaubte ich, dass er die beiden Chitinstreifen tibersehen hatte und dass diese in "Wirklichkeit fortwährend die Verbindung zwischen den (jetzt paarigen) Haken und dem Gestell vermittelten.

Eine Untersuchung von einer leider nicht bestimmten Fliegenlarve (auf Aas in der Umgebung von Kairo im Januar 1901 gefunden), bei welcher sowohl die Mundhaken als auch das X-förmige Stiick sehr mächtig entwickelt sind, und des- gleichen ein Vergleich mit den Figg. 3, 3 a, Taf. II in Lownes Arbeit iiber the Blow-Fly, wo diese Teile abgebildet sind, zeigt aber, dass die Wahrheit ohne Zweifel »in medio liegt.

12 ARKIV FÖR ZOOLOGI. BAND 1.

Denn einerseits sind bei beiden diesen Larven die Mundha- ken vermittels des X-förmigen Stuckes mit dem Gesteli gelen- kig, wie es Weissman fiir M. vomitoria angiebt, was, wie aus Fig. 4 Taf. 2 ersichtlich ist, dank den grossen ventralen Fort- sätzen der ersteren möglich wird, andrerseits sind bei beiden die obengenannten Chitinleisten noch vorhanden und in Verbin- dnng mit dem Gestell, nnd da sie bei einer so grossen Entwick- lnng sovvohl der Mnndhaken als des X-förmigen Stiickes, wie es diese Arten zeigen, nicht reduziert worden sind, känn mit einem sehr bohem Grade von Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass sie bei Museet vomitoria anch vorhanden sind.

Die Annahme, dass die beiden Chitinstreifen die zuriick- gebliebenen Reste der Schenkel des nnpaaren medianen Zahns sind, wird dnrch die Verhältnisse, welche ich an einer 1,5 mm langen Larve von Ephydra ripetria habe beobachten kön- nen, völlig bestätigt.

Bei dieser sind, wie nns Fig. 6, Taf. 2 zeigt, an den Schenkeln nngefähr am Ende des ersten Drittels zwei schräg verlanfende Sntnren vorhanden, die die Grenze zwischen den zurtickbieibenden nnd den abznwerfenden Teilen der Sehen- kel darstellen nnd beweisen, dass nnr die ersten Drittel von diesen zusammen mit dem Zahn abgestossen werden.1

"Weitere Unterschiede, die nns Aufschltisse tiber die Ho- mologisierung der Skeletteile von sowohl der jtingeren nnd der älteren Larve als anch von den anderen obengenannten Larven sind die folgenden: Die Unterschlundstäbchen (1) ha- ben ihre Verbindnng mit den Schenkeln verloren nnd lanfen nicht nach vorn znsammen, nnd die Verbindung zwischen ihnen nnd den beiden transversalen (v und h) Leistchen ist schwächer geworden. Die schon bei der jtingeren Larve vor- handene im Winkel zwischen den Schenkeln gelegene Chitin- platte ist stärker ansgebildet nnd steht mit diesen hinter der oben erwähnten Sntnr in Verbindung, wird somit wahrschein- lich nicht abgestossen.

Wenn also bisjetzt im allgemeinen gesagt werden känn, dass die Cephalopharyngealskeletteile der JEpIiydra-Jjarve mit denjenigen der Larve von Museet vomitoria leicht homologisiert

1 Bei dem Hautwechsel wird naturlich die ganze Chitinauskleidung des Schlundes samt den Pharyngealplatten abgestossen. Mit den Ausdrlicken »zn- riiekbleibenden» und »abzuwerfenden» Teilen wird somit gesagt, dass die Chi- tinverdickungen der Intima nach dem Hautwechsel wieder ausgescheidet bezw. zuriickgebildet wird.

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werclen können, so ändern sich doch die Verhältnisse während der weiteren Entwicklung sehr, und ohne die jiingeren Sta- dien zu berticksichtigen ist jetzt, wie schon oben gesagt, eine Homologisierung nicht durchfiihrbar.

Wie ans einer Vergleichung der Figuren 1, 6 und 5, Taf. 2 unschwer zu ersehen ist, ist die Entwicklung der Cephalo- pharyngealskeletteile bei Ephydra die folgende: Da der bei der jungen Larve vorhandene Zahn abgestossen wird, bleiben zwei Drittel der Schenkel zurtick, und nur das distale Drittel wird mit abgeworfen. Die zuriickgebliebenen Teile entwickeln sich alsdann sehr kraftig, so dass sie bei der erwachsenen Larve die kräftigsten Leistcben des Scblundgertists darstellen.

Die anfangs sehr kleinen Mundbaken entwickeln sich auch sehr kraftig und treten mittels der obengenannten Leist- chen mit den ventralen Pharynxplatten in Verbindung. An ihrem hinteren Ende entsteht eine Verdickung, welche einen stumpfen nach oben gerichteten Fortsatz entwickelt, wodurch zusammen mit dem ebenfalls verdickten Yorderende der Leistchen eine Art sehr festen Gelenkes gebildet wird.

Die bei der jungen Larve mit den Schenkeln in Verbin- dung stehenden Unterschlundleistchen (v und h) verlieren den Zusammenhang sowohl mit diesen als auch mit einander und. stellen bei der erwachsenen Larve ein Systern von zweilongi- tudinalen und zwei transversalen, selbständigen Stäbchen dar.

Neubildungen sind die von dem Mundhakengelenk aus- gehenden, schräg nach vorn und unten gerichteten Stäbchen, welche die untere Wand der Mundhöhle stlitzen, und die oberen Schlundleistchen. Die obere Schlundplatte dagegen känn vielieicht mit der auf Fig. 6, Taf. 2 abgebildeten Platte homologisiert werden.

Bei Calliphora eryiJiroceplicäa, Musca vomitoria und der oben erwähnten, von mir untersuchten Larve ist das Ziel, eine feste Verbindung zwischen den neu hinzukommenden Mundhaken und den Pharyngealplatten, auf einem gewisser- m assen entgegengesetzten Wege erreicht.

Bei diesen werden nämlich die Schenkel des unpaaren Zahns grösstenteils reduziert und haben fur die Befestigung der Mundhaken keine Bedeutung. Diese Eolle wird hin- gegen von dem s. g. X-förmigen Stuck, welches nach der oben geschilderten Entwicklung bei Ephydra aller Wahr-

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scheinlichkeit nach den Unterschlundstäbchen dieser Larve entspricht, iibernommen.

Nachdem wir soniit diese Entwicklung von zweier einem gemeinsamen Urtypus so nahestehenden Typen der Mund- und Schlundskeletteile, wie sie die jtingeren Entwicklungs- stadien von Musca vomitoria und Ephydra riparia darstellen, zu zwei so verschiedenen Typen, wie sie uns bei den älteren Larven entgegentreten, verfolgt haben, so wollen wir ver- suchen die Frage nach der Ursache des verschiedenen Ent- wicklungsverlaufes zu beantworten.

Es ist diese, meines Erachtens, ohne Zweifel in dem ver- schiedenen Grebrauch zu suchen, welche Ephydra einerseits und die anderen obenerwähnten Fliegenlarven anderseits von ihren Mundhaken machen, wozu noch der Umstand hinzu- kommt, dass der Schlund bei Ephydra viel mächtiger ent- wickelt ist als bei den anderen.

Bei den in faulenden, weichen Substanzen lebenden Lar- ven, welche sämtlich Abdominalfusse entbehren und nur eine Art Kriechwulste haben, sind nämlich die Mundhaken beim Kriechen auf festem Boden die einzigen beim Kriechen in weichen Substanzen bezw. beim Eindringen in dieselben die hauptsächlichsten Lokomotionsorgane.

Es liegt auf der Hand, dass es unter solchen Umständen von grosser Wichtigkeit ist, dass sie, öder wenigstens der gegen die Umgebung wirksame Teil von ihnen, so ventral wie möglich liegen, damit es nicht nötig wird zu länge Spitzen herauszubilden, was die Starke der Organe beeinträchtigen wtirde. Sie haben daher eine laterale Lage in den Wänden der Mundhöhle.

Da weiterhin der Schlund nicht verlängert worden ist und keiner komplizierten Stiitzapparate (wie bei Ephydra) bedarf, so hat sich der subventralen Lage der proximalen Teile der Mundhaken gemäss ein ventrales Stuck, das so- genannte X-förmige Stiick zum Yerbindungsglied zwischen diesen und den Pharyngealplatten herausgebildet.

Bei Ephydra dagegen liegen die Yerhältnisse ganz änders. Diese Larve, welche, wie oben erwähnt, in kleinen salzigen Tiimpeln lebt, ist mit kräftigen Abdominaiflissen versehen, und die Mundhaken werden deswegen nicht fur die Lokomo- tion in Anspruch genommen.

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Sie sind dafur zu Schaufeln umgebildet, mit denen die Larven Algen und allerlei kleine vegetabilische Partikeln vom Boden der Gewässer loskratzt. Es ist dann nattirlicber- weise von grossem Nutzen, dass sie so dorsal wie möglich liegen und am Ende dnrch dorsoventrale Abplattung eine Fläcbenvergrösserung bekommen.

Da weiterhin ein kompliziertes Schlnndgeriist beraus- gebildet ist, fur welches auf der ventralen Seite die mit dem X-förmigen Stiick bom ologen Stäbcben in Ansprncb genom - men sind, so bat dies zusammen mit der dorsalen Lage der Mundbaken bewirkt, dass anstått des ventralen X-förmigen Stucks die lateralen Schenkel zu Yerbindungsgliedern zwi- scben den Mundbaken und den Pbaryngealplatten berausge- bildet worden sind.

Die Verscbiedenbeit der Anwendung der Mundbaken bei Ephyära und den tibrigen, hier erwäbnten Fliegenlarven kommt aucb in anderer Weise deutlicb zum Ausdruck.

Wäbrend es nämlicb bei jenen von keiner Bedeutung ist, dass die Haken in genau dorsoventraler Bicbtung wirken. da ja die Hauptsacbe ist, dass sie wie Klauen in den Boden eingescblagen werden können, und zufolge dessen kein eigent- licbes regelmässiges Gelenk zwiscben ibnen und dem X-för- migen Stiick vorbanden ist, so bat sich bei dieser ein solcbes herausgebildet, und zwar aus dem Grrunde, dass es von grösster Wichtigkeit ist, dass die Haken in genau dorsoventraler Bicb- tung nacb unten umgeschlagen werden, damit die losgekratz- ten Partikeln in den Mund gelangen. Da die Haken bei dem Loskratzen dem Druck in dorsoventraler Bichtung viel mehr ausgesetzt sind als dies bei den anderen der Fall ist, da bier der Druck mebr von binten nacb vorn wirkt, bat sicb am Hinterende ein dorsaler Fortsatz berausgebildet, um eine Umbiegung derselben nacb oben zu verbindern

Nacbdem wir somit die Entwicklung der Cepbalopha- ryngealskeletteile der Ephydra-Ij&rve verfolgt und den Ver- sucb gemacbt haben, durcb Vergleicb mit der von Weissman bescbriebenen Entwicklung der entsprecbenden Teile bei Musca vomitoria liber die Ursacben der vorbandenen Ver- scbiedenbeit ins klare zu kommen, wollen wir kurz eine Ver- gleicbung mit einigen anderen cyclorrapben Fliegenlarven machen.

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Die von Wandolleck gegebene Abbildang der Skelett- teile von Flatycephala plani fröns zeigt uns, dass diese sich mit denjenigen von Ephydra leicht homologisieren lassen. Bei beiden sind nämlich die Mundhaken gegen zwei kraftige Cbitingräten, welche nacb oben durch eine gewölbte Brticke mit einander verbunden sind, geienkig. Diese Brucke sendet bei beiden ein Paar Leistcben nacb vorn und zwei Paar nacb hinten aus; in Form und Grösse dieser Leistcben sind dage- gen Verscbiedenbeiten vorhanden, indem bei Ephydra die obe- ren proximalen bedeutend kleiner als die unteren und win- kelig seitwärts gericbtet sind, wäbrend dieselben bei Flaty- cephala länger als die unteren und nacb binten gericbtet sind.

Was ubrigens die von Wandolleck vorgenommene Ho- mologisierung mit Musca vomitoria betrifft, so leucbtet es ein, dass er unrecbt bat, wenn er sagt (21 p. 26): »Dieses ganze Gebilde (das Scblundgertist) umfasst das X-förmige Mittel- stiick und das Gesteli Weissmans.» Denn erstens gebt aus "Weissmans Bescbreibung und Abbildungen deutlicb hervor, dass er unter den Xarnen Gesteli die Cbitinplatten verstebt, welcbe die stiitzenden Teile des Pbarynx' sind, und von \Yaii- dolleck weiter unten als »die Cbitinauskleidung des Pbarynx» bescbrieben werden, zweitens durfte aus einer Vergleicbung von den Skeletteilen dieser drei Larven unter Beriieksicbti- gung der durcb die obige Untersucbung tiber deren Entwick- lung bei Ephydra und Musca gewonnenen Hesultate zur Geniige bervorgeben, dass ein mit dem sogenannten X-för- migen Sttick homologisierbares Gebilde bei Flatycephala nicht vorbanden ist.

Ein Vergleicb mit der von .de Meijere bescbriebenen Larve der Lonchoptcra, mit deren Pbarynx diejenige von Ephydra, wie icb im folgenden zeigen werde, eine grosse Äbnlicbkeit aufweist, zeigt uns, dass die Cbitinplatten des Pbarynx wesentlicb denselben Bau besitzen, indem bei beiden vorn ein Ring vorbanden ist, welcber zwei dorsale und zwei ventrale Fortsätze ausscbickt. Im iibrigen wäre es, in An- betracbt von dem grossen Unterschied, welcber im Vorban- densein von Mandibeln und Maxillen bei Flatycephala zwi- scben ibr und den cyclorrapben Dipterenlarven bestebt, ziem- lich vergeblicbe Mube einen Versucb zur Homologisierung der Skeletteile vorzunebmen.

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Dagegen ist es nicht ohne Interesse einen Versuch zu machen, die Cephalopharyngealskeletteile der Larve von Eristalis mit den jen igen von Ephydra zu homologisieren, denn, wie schon von Brauer hervorgehoben wurde, ähneln diese Larven einander nicht unbedeutend, was als eine durch Anpassung an einander sehr ähnelnde Lebensverhältnisse her- vorgerufene Konvergenz angesehen werden muss.

Dabei sind aber die von Wilkinson und Wahl gegebenen Abbildnngen fiir unseren Zweck nicht geniigend, weshalb ich die Larve von Eristalis1 einer neuen Untersuchungunterzogenhabe.

Die Figuren 7 und 8, Taf. 2 zeigen uns die Schlundske- letteile; erstere stellt diese in seitlicher Ansicht dar, letztere von oben gesehen mit den Pharyngealplatten nach den Seiten ausgebreitet.

Es ist daraus ersichtlich, dass auch Eristalis zwei Paar Pharyngealplatten besitzt.

Von den lateralen Plätten laufen zwei Paar sehr schma- ler Chitinleistchen aus. Die ventralen von diesen sind in der Mitte winkelig eingebogen, wodurch sie einem transver- salen, in der unteren Schlundwand gelegenen Chitinstuck Stiitze leisten, und stehen nach vorn, wie auch die dorsalen, mit einer komplicierten Platte, Wilkinsons sog. shell-like plate, in Verbindung. Diese Platte ist, wie aus der Figur zu ersehen ist, nach unten offen und auf der dem Schlund- lumen zugewandten Seite mit feinen Leistchen versenen.

Diese Platte lässt sich aber wahrscheinlich nicht mit der oben bei Ephydra beschriebenen, oberen Schlundplatte homologisieren, denn sie liegt vor der Einmiindung des Fron- talsacks, während sie bei Ephydra hinter dieser liegt.

Mundhöhle, Schlund und Pharynx.

Ehe ich zur Beschreibung der Mundhöhle, des Schlundes und des Pharynx tibergehe, möchte ich hier einige Beobach- tungen iiber die Pharyngealplatten unter Beriicksichtigung der von de Meijere aafgestellten Hypothese tiber ihre Bil- dung kurz besprechen. de Meijere ist bekanntlich in seiner oben citierten Abhandlung auf Grund der von Wahl betreffs

1 Das Material hierzu lieferte eine Eristalis-JjRTye, welche im März 1901 im Weissen Nil von mir gesamnielt wurde.

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der Eristalis-Li&rvé und von ihm selbst an der Larve von Lonchoptera lutea gemachten Beobachtungen der Ansicht der meisten Entomologen, dass der Pharynx ans der Kopfeinstiil- pnng liervorgegangen sei, entgegengetreten, indem er konsta- tiert hat, dass bei L. trotz des Fehlens eines Kopfatriums (d. h. der dnrch die Einstiilpnng des Vorderkopfes nnd des Man dibnlar segments entstandenen Partie) der Pharynx den- noch die bei den cyclorraphen Dipterenlarven gewöhnliche Bil- dung zeigt.

Weiterhin hat er die Hypothese aufgestellt, dass der Frontalsack, d. h. die tiefe Einstulpung an der Dorsalwand des Kopfatrinms, welche die eingesttilpte Stirnregion dar- stellt, das primäre nnd das Kopfatrium das sekundäre ist und gezeigt, dass die oberen Plätten des Pharynx nichts än- ders als die durch eine Chitinmasse angefiillten Seitenteile dieser Einstulpung sind.

Die von mir gemachten Befunde bestätigen diese Hypo- these, denn erstens habe ich sowohl an Querschnitten wie an Exuvien von Ephydra beobachten können, dass die Pha- ryngealplatten ein Lumen besitzen, zweitens ist an Sagittal- schnitten von Ephydra deutlich zu sehen, wie dieses Lumen vermittels einer schmalen Einstulpung, welche in der Dorsal- wand des Schlundes unmittelbar vor der oberen Schlundplatte ihren Ursprung nimmt, mit dem Schlunde in Verbindung steht (fr. Fig. 1, 3 u. 4, Taf. 3).

Bei der Beschreibung der Mundhöhle und des Schlundes känn ich mich hauptsächlich nur auf Sagittalschnitte stilt- zen, denn zufolge der harten Chitinhaken und Stäbchen war es mir unmöglich gute Querschnitte zu bekommen.

Die Figuren o und 4, Taf. 3 zeigen uns zwei Sagittal- schnitte, von denen der erste ziemlich genau median, der zweite ein wenig lateral getroffen hat.

Wir sehen, dass die untere Wand der Mundöffnung durch eine dunne Integumentfalte gebildet wird, die mit kleinen, nach hinten gerichteten Börstchen sowohJ an der limen- wie an der Aussenseite bewaffnet ist. Die Cuticula ist an der Ba- sis der Falte in der ventralen Wand zapfenförmig nach innen verdickt, und dieser Zapfen ist der Inserierungspunkt meh- rerer kräftigen Muskeln, deren Kontraktion zweifelsohne einen festen Verschluss der Mundöffnung, dadurch dass die untere Wand derselben sich dicht an die obere anlegt, be-

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wirken. Zugleich dienen sie sowie diejenigen Muskeln, die an einem dorsalen Zapfen befestigt sind, dazu den Kopfab- schnitt in den Körper hineinzuziehen.

In dem Zustand, wie es die Figur darstellt, ist die Mund- öffnung nur als eine enge Spalte vorhanden. Darauf erwei- tert sich das Lumen allrnählich und die ventrale Wand maclit eine tiefe Falte, die der Inserierungspunkt mehrerer Muskeln ist (Fig. 4, Taf. 3). Etwas mehr nach hinten liegt in der oberen Wand die Epipharyngealplatte (epl) und unmittelbar vor dieser zieht eine tiefe Faltenbildung, der sog. Frontal- sack (fr), schräg nach oben und hinten um sich mit den obe- ren Pharyngealplatten zu verbinden.

Hinter der Epipharyngealplatte verengt sich das Lumen des Schlundes dadurch, dass die ventrale Wand in dasselbe zweimal hervorragt. Die Dorsalwand zeigt zwei quer hin- iiberziehende Wulsten, welche genau in den Zwischenraum zwischen den beiden ventralen Ausbuchtungen einpassen und von denen die hintere mit äusserst kleinen, nach hinten ge- richteten Borstenen besetzt ist. Auf diesen folgt in der Dor- salwand an der Grenze zwischen dem Schlund und der Pha- rynxabteilung ein Biischel kräftiger, nach hinten gerichteten Borsten (b). In der Ventralwand miindet gerade an dersel- ben Grenze der Ausfuhrungsgang der Speicheldriisen ein.

Die darauf folgende Abteilung, der Pharynx, hat ein viel weiteres Lumen. Dieser trägt gleich wie Eristalis u. a. an der ventralen Seite neun iängsgehende, dicht kämmförmig geteilte Chitinleisten (cpl), die sämtlich, mit Ausnahme der beiden lateralen, oben Y-förmig geteilt sind.

Die dorsale Wand ist im vor der en Abschnitt (dl Fig. 1, Taf. 3) horizontal mit nur einer sehr kleinen, längsgehenden Binne in der Mitte, wölbt sich dagegen nach hinten bedeutend aus (Fig. 2, Taf. 3). Der Pharynx ist mit kräftigen Muskeln reichlich versenen. Der grösste Teil derselben verlauft in dorsoventraler Bichtung und inseriert (lm Fig. 3, Taf. 3) an der dorsalen Wand des Pharynx und an den beiden oberen Pharyngealplatten, die den hinteren Teil des Frontalsackes bilden. Auf Querschnittsbildern sieht man die Ausschnitte dieser Muskeln in zwei Beihen geordnet (lm Fig. 1, Taf. 3); mehr nach hinten (Fig. 2, Taf. 3) verschmelzen sie zu einer Partie. lm hintersten Teile des Pharynx finden sich dorsale Quermuskeln (qm Fig. 2 u. 3, Taf. 3).

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Uber die Funktion dieses Pharynxapparates gehen die Ansichten auseinander. Es ist ein solcher bei folgenden Lar- ven gefunden: bei Eristalis von Batelli, Wilkinsson und Wahl, bei Galliphora von Lowne, bei Lonchoptera von de Meijere und von dem Yerf. bei Ephydra und bei einer Ephydra sehr nahe stehenden Larve, die ich unter feuchtem, faulendem Tång gefunden habe. Dagegen fehlt ein solcher Apparat näck Pantel bei der Tachinine Thrixion liali- dayanum Kond, und bei der von Wandolleck untersuchten Chloropine Plathycephala planifrons F. Beide ftihren eine parasitische Lebensweise, indeni erstere in einer Orthoptere parasitiert, letztere im Innern von Rohrstengeln ]ebt.

Nach Batelli (1) sollen die s.g.»Fanonifaringei»dazudienen, grössere Körper am Eindringen in den Oesophagus zu hindern.

Wilkinsson (11) dagegen ist der Ansicht, dass sie die- selbe Funktion wie die Barten der Cetacéen haben, indem sie ein Gitter bilden, worin die Nahrungsteile festgehalten werden, während das mit aufgenommene Wasser nach aussen ausgepresst wird. Er nimmt an, dass die Schenkel der Y- förmigen Plätten beweglich sind und dass sie, wenn das Wasser in den unteren Teil des Pharynx hineinströmt, em- porgehoben werden und die Passage frei lassen. Beiin Her- ausfliessen des Wassers dagegen werden die Schenkel aus- einander gebogen, und die festen Partikeln werden dadurch festgehalten. Es ist also der obere Teil des Pharynx, nicht wie de Meijere angiebt, der untere, in welchem die Partikeln festgehalten werden, wenn Wilkinssons Auffassung richtig ist.

Wäre es nun ausschliesslich aqvatische Larven, die sich dieses Apparates erfreuten, wäre die Frage nach seiner Be- deutung ungemein viel einfacher zu lösen, denn das Vorhan- densein von nach hinten gerichteten Borsten an der Grenze zwischen Schlund und Pharynx bei sowohl Eristalis, wo sie in der ventralen Wand sitzen, als bei Ephydra, wo sie in der dorsalen Wand sitzen, scheint mir als ein unzweideu- tiger Beweis dafur, dass der Apparat die Funktion hat, feste Partikeln von dem